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5000 wurden satt und ich?
Es ist Abend geworden. Einige schlafen schon. Der Ansturm an diesem Tag war hoch und es gab kaum Zeit zum Essen, geschweige denn sich auszuruhen. Gut, dass es bei uns keine Abenddämmerung gibt. Nach Sonnenuntergang wird es schnell dunkel. Und da wir mit dem ersten Licht den Tag beginnen, ist der Tag bei Sonnenuntergang lang genug. Ich selber gehöre jetzt seit einem guten Jahr zu diesen Männern. Wir haben Hoffnung, haben einen Blick für die Zukunft bekommen und lernen jeden Tag dazu. Einmal sind es die Kranken, die geheilt werden, dann sind es die geschickten und weisen Auseinandersetzungen mit den geistlichen Topleuten des Landes. Bisher hat er sie immer ins Staunen versetzt und dadurch ihre Hilflosigkeit geoffenbart. Auch der König scheint interessiert zu sein. Und nun dies. Eben kam einer unserer Vertrauten und hat uns mitgeteilt, dass man Johannes, dem Cousin von Jesus, den Kopf abgeschlagen hat. Furchtbar. Was hat er denn getan?
Er hat die Wahrheit gesagt. Einem Tyrannen Vorwürfe zu machen, ist gefährlich. Naja, wenn ich ehrlich bin, mögen wir die Wahrheit auch nicht immer. Vor allen Dingen dann nicht, wenn sie unsere verborgenen Leidenschaften entlarvt.
Der Sachverhalt ist ganz einfach. Herodes Antipas war mit einer Tochter des Königs der Nabatäer verheiratet. Sein in Rom lebender Bruder hieß ebenfalls Herodes und wird unter uns Juden Herodes Philippus genannt. Wahrscheinlich ist das sein vollständiger Name. Vielleicht nennen wir ihn auch so, weil damit dem Durcheinander der verschiedenen Männer namens Herodes und ihrer Ehen genüge geleistet wird. Der in Rom lebende Herodes war ein wohlhabender Privat¬mann ohne eigenen Herrschaftsbereich. Bei einem Besuch in Rom verführte Herodes Antipas (also der Jerusalemer Herodes) die Frau seines Bruders und überredete sie, seinen Bruder zu verlassen und ihn zu heiraten. Zu diesem Zweck musste er sich zunächst seiner eigenen Frau entledigen, was, wie wir später erfahren, für ihn verhängnisvolle Folgen hatte. Ganz abgesehen von der moralischen Seite hatte Herodes durch sein Verhalten zwei Gesetze übertreten. Er hatte sich grundlos von seiner Frau geschieden und seine Schwägerin geheiratet, was nach jüdischem Recht ver¬boten war. Darum machte Johannes ihm Vorwürfe, unterschrieb aber damit sein eigenes Todesurteil. Wenn uns als einfachen Leuten die Wahrheit schon nicht leicht fällt, muss man sich über die Reaktion eines Despoten nicht wundern. Johannes Kopf war nicht der einzige, der aus solchen Gründen rollte.
Nun ist es aus mit dem Schlaf. Ich habe es gleich geahnt, dass Jesus diese Nachricht nicht so einfach hinnimmt. Glücklicherweise ist genug Mondlicht da. Wir steigen in das Boot und bringen Jesus auf seinen Wunsch hin an einen ziemlich öden Ort. Solche Orte sucht er gerne auf, wenn das Wirrwarr des Lebens und der Umstände überhand nimmt.
Erstmal allein sein. Not braucht Raum zum Verarbeiten. In solchen Situationen braucht er nichts um sich herum. Es ist, als kehre er an den Ort des Ursprungs zurück, um von hier aus das Leben neu zu gestalten. Er hat es am liebsten in der Nacht, dann, wenn der Himmel die Erde beleuchtet. Um seine Beziehung zum Vater kann man ihn nur beneiden. Sie ist so innig, so herzlich, ehrlich und liebevoll. Nur wenige Augenblicke braucht er, um wieder klar zu sehen. Vielleicht, das habe ich mich schon öfter gefragt, ist das der Grund, warum er es im Gebt zum Vater solange aushält. Wir fahren nicht allzu weit vom Ufer entfernt über den See. Ich behalte das Ufer im Auge, sage aber nichts von dem, was ich da sehe. Es wird früh genug sichtbar werden. Wir brauchen etwas eine Stunde, dann bricht das Chaos aus….
Ein professioneller Veranstalter hätte gern für eine open air Veranstaltung – was bei uns die übliche Veranstaltungsform ist, gerne so viele Menschen angesprochen. Am liebsten kommen die Leute, wenn Todesurteile vollstreckt werden. Ich habe mich immer davon ferngehalten. Die meisten Todesurteile waren doch von der Sorte, wie sie Johannes zum Opfer fiel. Willkür der Starken und Mächtigen. Wir konnten kaum anlegen. Unüberschaubare Massen von Menschen säumten das Ufer.
Keine noch so interessante Veranstaltung hätte solche Massen an sich ziehen können. Sie witterten Heilung und dafür nahmen sie diesen beschwerlichen, langen Weg durch die Nacht auf sich. Vom öden Ort, den Jesus suchte, blieb nur das Wasser übrig. Der See war ruhig, die Nacht sehr mild und durch das fahle Licht schien alles öde. Er war ganz ruhig. Keiner von uns wagte es ihn zu stören. Ich weiß nicht recht, wie er das immer hinbekommt, aber wir alle waren mit ihm im Gebet, in der Stille vereinigt. Ich übertreibe nicht, aber wir spürten die Präsenz des Vaters unter uns. Der Himmel war da, wo sonst nur Wasser ist.
Jesus stieg ohne jeden Vorwurf aus dem Boot. Sein Blick war voller Barmherzigkeit. Er sah die vielen Kranken die man irgendwie hinter ihm hergeschleppt hatte. Manche krochen mehr als sie laufen konnten und die vielen Blinden fanden einen Menschen, der sie mit hierher geführt hatte.
Das war mir schon früher aufgefallen: Jesus sah was war. Er sah die Zusammenhänge. Er sah immer den einzelnen Menschen und doch sah er ihn auch im Zusammenhang mit seiner Umgebung, in seiner Gesellschaft. Er sieht was ist. Er macht sich nichts vor und lässt sich auch nichts vormachen. Die Schmerzen der verkrümmten Glieder, die Not der gebrochenen Seele und die Dunkelheit derer, die das Augenlicht verloren haben oder auch nie besaßen. Und er sieht sehr deutlich, was kommen wird. Wir haben es in Jerusalem erlebt, als er bitterlich über die Stadt weinte.
Geglaubt hat es ihm keiner, dass diese so stark befestigte Stadt, der Tempel mit all seiner Pracht und Gottesgegenwart zerstört werden wird. Ich glaubte ihm. Ich sah es in seinem Blick. Das Unheil in der Zukunft erlosch das Feuer seiner Augen für Momente. Schreckliche Momente.
Jesus war kein Theologe. Er kannte den Willen des Vaters und handelte danach. Die Menschen ändern sich nicht durch schlaue Worte. Die Masse Mensch ist so erschreckend einfach. In unseren Schriften kommt die Gnade etwa 100 Mal vor und gnädig 50 Mal. Einer meiner mir zu Herzen gehenden Worte stammen von unserem Stammvater David, als er den Psalm nach seiner Hurerei mit der Tochter des Seba Bathseba gedichtet hat: Sei mir gnädig, o Gott, nach deiner Güte, nach deinem großen Erbarmen tilge meine Verfehlung. Wer versteht schon Gnade. Unsere geistlichen Leiter am wenigsten. Sie sind so makellos, so rein, so unfehlbar. Was wissen sie schon vom wirklichen Leben. Vielleicht wissen sie es auch und lügen nur. Ich weiß, dass Gnade mehr ist als Vergeben. Und die Leute hier am Ufer wissen es auch. Du kannst nichts machen, kannst dich nur hinhalten und geschehen lassen.
Es ist unglaublich, wie sie Jesus vertrauen. Er muss das mit der Gnade begriffen haben. Woher weiß er das? Wie kann er das so bedingungslos leben? Er ist ein Mann wie ich? Er hat keine Frau und doch Gefühl? Er lässt die Gnade Gottes in seinem Leben zu und das macht ihn gnädig. Nur so kann ich es verstehen.
Plötzlich ist Jesus mitten unter diesen Erbarmungswürdigen Leuten. Er heilt. Er hört hin und legt die Hände auf. Es sind so viele. Er schaut uns an und in seinem Blick ruft er nach Hilfe. Wir lernen von ihm und helfen mit. Ich fasse es nicht. Ich bete mit einem Mann um Heilung und er spaziert geheilt davon. Ich schaue zu Jesus und er lächelt. Wau.
Die Menge rührt sich. Am Anfang ist kaum Bewegung. Das Leid herrscht vor. Mehr und mehr werden geheilt und dann ist Party angesagt. Die Geheilten fallen ihren Begleitern um den Hals. Sie können es nicht fassen. Beide nicht. Es ist für beide Erlösung, Hoffnung für die Zukunft auf ein besseres Leben.
Wie oft habe ich im Tempel und in unserer Synagoge schon vom heilenden Gott gehört. Das gehörte eben dazu. Das tat auch der Seele gut. Passiert ist nichts, fast nichts. Hier ist es ganz anders. Jesus predigt nicht, obschon seine Predigten verändernde Wirkung haben. Er handelt und sein Handeln erlaubt uns mit ihm zu handeln. Eine ganz neue Dimension der Gottesgegenwart wird spürbar, die sich keiner von uns entziehen kann. Immer mehr werden es, die befreit, geheilt und sich ausgelassen der Freude des neuen Lebens hingeben. Es ist der größte Tag meines Lebens. So was habe ich noch nicht erlebt.
Plötzlich ist der Tag vorbei. Ich sehe ein paar von meinen Freunden, wie sie zusammenstehen und miteinander reden. Irgendetwas Wichtiges scheint es zu geben. Ich gehe zu ihnen. Klar, der Tag geht vorbei und die Leute sind noch hier. Petrus sieht das Problem am Deutlichsten und geht uns voran zu Jesus. „Herr, der Ort ist öde und die Zeit ist schon vorüber. Schick die Menschen nach Hause oder in die Ortschaften, damit sie sich was zu Essen kaufen können“. Ich dachte ich höre nicht richtig. Ich sehe ca. 5000 Männer, sehe ihre Frauen und Kinder die ausgelassen und voller Freude den Ort nicht verlassen wollen und Jesus sagt: „Sie brauchen nicht fortzugehen. Gebet ihr ihnen zu essen“!
Das ist nicht lustig! Du musst nur in die Augen Jesu sehen, dann weißt du, dass er es ernst meint.
Wir haben nichts, im Angesicht der Massen gar nichts. Weniger als Nichts. Und Jesus sagt, dass sie nicht fortgehen müssen. Wir sollen ihnen zu Essen geben.
Aber wovon denn? Wir hätten nicht einmal das Essen herbeischaffen können, wenn wir es früher gewusst hätten. Klar, wir hätten ein paar Frauen bitten können, Mehl und Öl mitzubringen und ein paar Männer bitten können, etwas Holz mitzunehmen. Aber jetzt? Gleich wird es dunkel werden und dann kommt die Nacht. Mit ´hungrigen Magen wird es schwer werden, eine ruhige Nacht zu finden. Wir sollen ihnen zu Essen geben? Wir schauen uns verzweifelt an. Keiner weiß Rat, aber wir können den Augen Jesu nicht ausweichen. Petrus übernimmt die Situation und sagt für uns alle: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische. Sonst sagt er nichts. Was wir alle denken, kann ich hier ja ruhig sagen: Da werden nicht einmal wir 13 satt davon. Das reicht vorne und hinten nicht und auch für uns wird es Zeit ins nächste Dorf zu gehen, wenn wir diese Nacht nicht hungrig am Feuer sitzen wollen.
„Bringet sie mir her!“ und dabei entlässt er nicht unsere fragenden Blicke. Dann geschieht das unfassliche: Er ließ die unüberschaubare Menge Volkes sich ins Gras lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Dankgebet darüber und brach die Brote und gab sie uns zurück. Wir konnten gar nicht anders, als sie der Menge zu geben. Es war fantastisch. Wir nahmen aus den Körben und es reichte, solange wir austeilten. Du bist doch auch einer von den Jüngern Jesu. Oder?


Jakobus Richter

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Keine Kontaktlinsen erforderlich
Johannes 6:28-29 „Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken?“ Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“
Ich kannte einen Tänzer, der berühmt sein wollte. John wollte, dass die Leute über ihn sagen, „Schaut, was für eine Berühmtheit.“ Um diese Anerkennung zu erlangen, mußte er zuerst von einem Agenten oder Talentsucher entdeckt werden. Zu einem wichtigen Vortanzen, das in ein paar Wochen stattfinden sollte, suchte er einen Weg bei der Jury besonders Eindruck zu machen. Er meinte, „Heutzutage ist es nicht mehr genug einfach nur talentiert zu sein, man muß einen Weg finden um wirklich aufzufallen.“ Vielleicht hat er recht. Selbst in der christlichen Szene sind die Leute auf der Bühne diejenigen, die Erstaunliches geleistet haben. Die Slogans solcher Events lauten, „Diese Menschen vollbringen große Taten für Gott.“ So viele Leute haben Großartiges geleistet für Gott, um da noch Aufmerksamkeit zu erlangen muß man, so scheint es, etwas Übertriebenes bringen.

Um die Aufmerksamkeit der Agenten auf sich zu lenken, hatte John schon seinen Namen geändert, er hieß jetzt Nicky. Dann plötzlich eines Tages kam die Erleuchtung - Kontaktlinsen! Er brauchte sie aus seh-technischen Gründen eigentlich nicht, er wollte nur die Farbe seiner Augen verändern. Nicky‘s Haut war dunkel und so war auch die Farbe seiner Augen dunkelbraun. Es war klar für Nicky, daß seine dunklen Augen nicht die richtigen Türen öffnen würden. Er fragte seinen Freund Mike und mich, ihm bei der Suche nach dem 'aufmerksamkeitserhaschenden‘ Farbton dabei zu sein. Nach ein paar Versuchen war er überzeugt den richtigen Farbton gefunden zu haben. Er blickte uns mit lila-blauen Kontaktlinsen an. Mike schaute mich an, er spiegelte meinen Gesichtsausdruck wieder - Horror! Nicky sah aus wie eine Gestalt aus dem Film Die Nacht der Lebenden Toten. Es war erschreckend. Ich beobachtete, wie Mike gerade dabei war ihm zu offenbaren, dass er wie ein Dämon aussah, aber schwenkte um und schluckte, „Hm, die sehen nicht besonders gut aus.“ Aber Nicky war überzeugt, daß diese Linsen sein Ticket zu Berühmtheit bedeuteten. Er meinte, daß sie seinen Look veränderten. Das war in der Tat so. Er sah sehr, sehr anders aus.

Die Menschen, die an diesem Tag mit Jesus sprachen, wollten das was mein Freund John auch wollte - Anerkennung. Sie wussten, daß Jesus Wunder vollbracht hatte. Sie haben ihn dabei beobachtet, wie er ein paar Brote und etwas Fisch benutzte, um eine Menschenmenge satt zu bekommen. Das war cool. Sie wollten so etwas auch können. Dann waren sie auch etwas Besonderes. Die Nachbarn würden sagen, „Hast du schon gehört? Karl vollbringt Gottes Werke. Oh, der ist echt wichtig. Vielleicht sollten wir ihn den Heiligen Karl nennen.“ Sie dachten, wenn sie große Wunder vollbringen, dann denken die Leute sie seien etwas Besonderes.
Das stimm schon, um die Aufmerksamkeit einiger Leute zu gewinnen, mußt du schon was Besonderes leisten, etwas Verrücktes, vielleicht sogar Bizarres. Jesus erwiderte, „So ist Gott nicht. Es braucht nicht viel, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn ihr wirklich Gottes Werk vollbringen wollt, dann hört gut zu ... das Werk Gottes ist es zu glauben.“ An Jesus zu glauben bedeutet nicht, dass wir behaupten zu glauben oder große Wunder zu vollbringen. Glaube bedeutet Gehorsam. Gehorsam heißt, auf das zu schauen, was er gesagt hat und es zu tun. Nichts Ausgefallenes. Vielleicht bemerken das wenige, aber Jesus sagte, das zieht die Aufmerksamkeit Gottes auf sich und Er wird uns Leben geben. Keine Wunder sind notwendig.

Jakobus Richter

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Keine Kontaktlinsen erforderlich.
Aus Cafe Sophiahttp://www.watershedarts.com/cafesophia/ ...zurück


Latain und Wahrheit

Am letzten Sonntag fragte mich eine Lehrerin, ob ich nicht Material über die Wahrheit hätte.
Sie muss 10 Stunden über dieses Thema halten und wenn jemand Religion als Leistungsfach nimmt, dann muss sie sogar 60 Schulstunden über die Wahrheit lehren.
Mir fiel ein lateinischer Spruch ins Auge: "coelum, non animum mutan, qui trans mare currunt! Die über das Meer gehen (auswandern), ändern das Klima, nicht den Charakter" Das ist so eine Wahrheit. Der Lehrerin habe ich gesagt, sie soll die Bibel lesen, was da drin steht ist alles wahr. Natürlich, aber das ist zu plakativ. Wahrheit muss jeden Augenblick definiert werden. Wenn jemand seinen Ort verlässt, nimmt er sich selber mit. Er verändert sein Umfeld, aber er bleibt erst einmal der, der er ist. Das ist wahr. Oder? Die Kraft des Lebens besteht nicht im ständigen Verlassen unserer Situation, sondern im Erkennen der Wahrheit. Jesus hat gesagt: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen!" (Johannes 8,32) Wovon wird uns die Wahrheit frei machen? Was werden wir in der Wahrheit erkennen?
Mir fällt da eine Geschichte ein:
"Während des Sonnenuntergangs ging einer unserer Freunde am einsamen Strand der Mexikanischen Küste entlang. Plötzlich sah er vor sich einen anderen Mann. Als er näher kam, sah er einen Eingeborenen sich zur Erde beugen, etwas aufheben und dann ins Meer werfen. Immer wieder beugte er sich zur Erde, nahm etwas und warf es ins Wasser. Als unser Freund näher kam, sah er den Eingeborenen Seesterne, die durch die Ebbe an den Strand geschwemmt wurden, ins Wasser werfen.
Unser Freund war erstaunt. Er erreichte den Mann und sagte: "Guten Abend, ich habe überlegt, was sie wohl machen?" "Ich werfe die Seesterne zurück ins Wasser. Sehen Sie, es ist Ebbe und wenn ich die Seesterne nicht ins Meer zurückwerfe, werden sie am Mangel von Oxygen sterben." "Ich verstehe!" sagte unser Freund, "aber das sind ja tausende am Strand. Das sind doch einfach zu viele um sie alle zu retten. Und wenn ich daran denke, dass dieser Strand nur einer von tausend Stränden an der ganzen Küste ist, was macht das schon für einen Unterschied auf's Ganze gesehen?" Der Eingeborene lächelte unseren Freund an und sagte: "Für diesen einen macht es einen Unterschied!
Das Richtige im richtigen Augenblick erkennen und tun. Mut haben, nicht an den Problemen vorbeizugehen. Eine Lösung sehen und handeln. Das ist ein wesentlicher teil der Wahrheit. Jesus geht jeden Tag am Strand unseres Lebens spazieren. Er nimmt uns, die wir an den Strand des Lebens gespült wurden und wirft uns wieder hinein ins Leben, ins Wasser des Lebens. Die Seesterne haben sich nicht gewehrt, wir wehren uns oft, weil uns die Wahrheit eher Angst als Mut macht. Wir wandern lieber aus, weil wir glauben, woanders gelingt es uns besser, aber die Wahrheit ist: Coelum, non animum mutan, qui trans mare currunt! Wir sollten bleiben, Mut haben an dem zu arbeiten, was in unserem Leben schief gelaufen ist und es korrigieren. Jesus sagt: "Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind." Johannes 3,21 Das sagt Jesus. Hat er nicht Recht? Wann hat er dich das letzte Mal ins Wasser geworfen oder bist du gerade wieder einmal dabei deine "Koffer" zu packen? Bleib wo du bist, pack es an, schau hin und lass dich ins Wasser werfen!


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Perlen der Wahrheit
2. Perle - Dankbarkeit ist ein Schlüssel zur Freude

Saget allezeit Gott, dem Vater, im Namen unsres Herrn Jesus Christus Dank für alles!Epheser 5,20

Von Leo Tolstoi gibt es folgende Geschichte:

Das Hemd des Glücklichen

Ein Zar lag schwerkrank danieder und versprach: "Die Hälfte meines Reiches will ich dem geben, der mich wieder gesund macht!" Da ver-sammelten sich alle Weisen des Landes und beratschlagten, wie sie den Zaren heilen könnten. Aber niemand wusste Rat. Nur ein Weiser erklär-te: "Wenn man einen glücklichen Menschen findet, ihm sein Hemd aus-zieht und es dem Zaren anlegt, dann wird der Zar genesen." Daraufhin schickte der Zar Boten aus, die in seinem weiten Reich einen glückli-chen Menschen suchen sollten. Aber es gab keinen einzigen Menschen, der mit allem wahrhaft zufrieden und deshalb glücklich gewesen wäre. Der eine war zwar gesund, aber in seiner Armut unglücklich. Und wenn einer gesund und reich war, dann war die Ehe unglücklich oder seine Kinder waren nicht geraten. Kurz - alle hatten einen Grund, sich über etwas zu beklagen. Da ging einmal spät am Abend der Zarensohn an einer armseligen Hütte vorüber, und er hörte, wie drinnen jemand sagte: "Nun ist Gott sei Dank meine Arbeit geschafft, ich habe gut verdient, ich bin satt und kann mich nun ruhig schlafen legen. Was wünschte ich noch? Ich wüsste es nicht!" Den Zarensohn erfasste eine große Freude. Nach seiner Rückkehr in den Palast befahl er, diesem Mann sein Hemd auszuziehen und ihm dafür so viel Geld zu geben, wie er nur wünschte, und dem Zaren das Hemd zu überbringen. Die Boten eilten zu dem glücklichen Menschen, um ihm gegen schweres Gold sein Hemd einzutauschen. Aber der Glückliche war so arm, dass er gar kein Hemd hatte..." Dass dieser Mann so glücklich war, liegt an seiner Dankbarkeit. Mir fiel dieses Thema ein, als ich an all die Urlaubsheimkehrer dachte, die die-sen Artikel jetzt lesen. Vielleicht lief ja nicht alles wie geplant, aber das Auge auf das zu richten was Gut war, das hilft, den Urlaub im Nachhe-rein mit Freude zu bewahren. Der Erholungseffekt steckt nicht in der Unzufriedenheit, sondern in der Dankbarkeit. Manches muss vielleicht auch vergeben werden, was schlecht lief. Mei-ne eigene Schuld oder die der Frau, des Mannes oder der Kinder. Ver-gebung macht den Weg frei für die Dankbarkeit. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen dankbaren und guten Start in den Alltag.


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Durchhalten allein genügt nicht

Kürzlich sah ich den Film: "Der englischer Patient". Der Film wurde mit 9 Oskars ausgezeichnet. Zwei spannende Stunden Film mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Aber er hat keine Botschaft, mit der man weiterleben kann. Ein wenig wurde ich an Satre erinnert, bei dem sich auch kein glückliches Gefühl einstellt, wenn man ihn gelesen hat. Im "Der englischen Patienten" bleibt der Hauptdarsteller mit hochgradigen Verbrennungen liegen. Er kann sich nicht mehr helfen, ist auf die Hilfe von anderen angewiesen. Er kann nicht einmal mehr nicht mehr wollen. Das, was noch an Leben in ihm ist, lebt weiter und er - ob er will oder nicht - muß mitleben, weil seine Organe durchhalten und für ihn die Entscheidung zum Leben übernommen haben. Um ihn herum geht der Krieg weiter und als Frieden ist, verändert sich seine Situation nur in soweit, dass er nicht mehr herumgetragen wird. Aber er lebt noch immer nicht. Er wird versorgt, liebevoll und das gibt ihm Raum, Erinnerungen wach werden zu lassen, zu träumen und seine ungelöste Vergangenheit noch mal zu erleben. Als er noch gesund war, glaubte er nicht an Gott und auch jetzt, wo nur noch seine Organe durchhalten, findet er keine Dimension, die ihn aus der unglücklichen Situation befreit. Er muß, ob er will oder nicht, da bleiben, wo er ist, in seinen Erinnerungen, in seinem ungelösten Leben. Am Ende stirbt er an einer Überdosis Morphium, die ihm die Krankenschwester gibt, weil es keine andere Lösung aus dieser Tragödie gibt.

Durchhalten allein genügt nicht. Es ist eine gute Einrichtung, dass wir in Extremsituationen nicht gleich sterben müssen, aber nur weiterleben reicht nicht. Im Durchhalten braucht es eine Hoffnung, ein Licht, eine Kraft, die unter die augenblickliche Situation greift und dem Leben eine neue Dimension verleiht. Ich wurde da an Ostern erinnert. Die menschliche Ausweglosigkeit einer Kreuzigung. Aber es lag ein Sinn dahinter, für den es sich gelohnt hatte, dass Jesus durchhielt. Ich werde an die Märtyrer erinnert, die in den Arenen der Cäsaren durchhielten, weil sie vorher an einer lebendigen Hoffnung in ihrem Leben gebaut hatten.

Durchhalten können wir nur, wenn wir den Mut haben, unseren Glauben zu leben, ihn auf den Prüfstand der täglichen Herausforderungen zu stellen und zu erleben, dass wir in Jesus eine Kraft bekommen, mit der wir bis zum Ende durchhalten können. Glaube verändert sich zum Leben, wenn die Glaubenskraft das Durchhalten für uns übernimmt, wenn unsere eigenen Möglichkeiten zu Ende sind. Und im Nachhinein sind es dann die besten Zeiten unseres Lebens, weil wir darin erfahren, dass die Liebe Gottes wirklich trägt. Es braucht diese Erfahrung, sonst ist Glaube nur die Kraft, die wir selber leisten können. "Du hälst mich hinten und vorn umschlossen, hast deine Hand auf mich gelegt. Zu wunderbar ist es für mich und unbegreiflich, zu hoch, als dass ich es faßte." Psalm 139, 5+6


Jakobus Richter

Durchhalten ist ein ganzes Stück getragen werden.

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Du sollst Vater und Mutter ehren

Wer kennt es noch das vierte Gebot.

Kürzlich habe ich mit einigen Leuten intensiv darüber nachgedacht. Vater und Mutter ehren. Wie leicht fällt uns das, wenn wir Eltern haben oder hatten, die gut, liebevoll und streng waren. Die wussten, was sie ihren Kindern mit auf den Weg geben wollten und doch die Grösse besaßen, sie loszulassen, wenn die Kinder sich für andere Dinge interessiert, sich anders entwickelt haben. Eltern, die ihre Kinder segnen und ihnen Grenzen zeigen, damit sie sich orientieren können. Wie anders, wenn die Eltern gar nicht da waren oder nur überfordert, ungeduldig, bösartig und zerstörerisch. Eltern, die das Wort Eltern gar nicht verdient haben. Erzeuger waren sie, sonst nichts. Viel schlimmer noch, wenn sie ihre Kinder missbrauchten und ihnen schon in der Kindheit die Würde des Menschen entzogen?

Um dieses 4. Gebot, das Gott seinem Volk am Berg Sinai gegeben hat, zu verstehen, müssen wir ein wenig über den Begriff Ehre nachdenken. Ehre ist ein Sammelbegriff für Wertschätzung, Achtung und Menschenwürde. Menschen, die wir ehren, die lieben wir, die schätzen wir und achten sie. Wir lieben ihre Meinung, ihre Ausstrahlung und Nähe. Es ist gut an dieser Stelle inne zu halten und zu fragen: Kennen Sie Menschen, die sie ehren. Und würden sie sich auch als einen Menschen bezeichnen, dem man die Attribute der Ehre zuschreiben kann? Ja? Dann gibt es sicher Menschen, die ihren Namen nennen werden, wenn sie gefragt werden, ob sie jemanden ehren. Nein? Dann ist in ihrem Leben was falsch gelaufen, denn sie sollen sich ja so lieben, wie sie andere lieben und wenn sie andere lieben, dann sollen sie sich selber auch wertschätzen. Gott will das so, nicht ich! Aber zurück zum vierten Gebot.

Stellen Sie sich vor, Eltern missbrauchen ihre Kinder. Wird Gott diese Eltern ehren? Eher nicht. Er wird auch ihnen die Tür offen halten, damit sie von ihren bösen Wegen umkehren können, aber ehren wird Gott diese Eltern nicht, weil er die Sünde nicht ehrt. Nach der reinen "Aktenlage" des Neuen Testamentes, werden diese Eltern keine himmlische Zukunft haben. Keiner, der in Sünde lebt und der nicht um Vergebung gebeten hat, wird, Gottes Herrlichkeit nicht schauen. Eltern, die geehrt werden sollen, müssen es den Kindern möglich machen, dass man sie ehrt. Als Gott dem Volk Israel seine Gebote gab, hat er damit die Beziehung zwischen ihm und dem Volk untereinander geklärt. Die Grundlage dafür war die Treue zu Gott und das Einhalten seiner Ordnungen. Eltern haben eine hohe Verantwortung ihren Kindern gegenüber, dass sie es den Kindern möglich machen, ihre Eltern zu ehren. In der Erfüllung dieses Gebotes liegt eine große Verheißung: "auf dass du lange lebest in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben will." Wieviel Kinder mußten schon in die Fremde gehen, dort leben und sterben, weil die Eltern ihnen die Erfüllung des vierten Gebotes nicht ermöglicht haben.


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Einen Entschluß fassen

Kürzlich hörte ich in einem Vortrag von einem Manager folgenden Satz: "Es gibt Menschen, die wollen alles und fangen mit Nichts an!" Das hat mich aufmerken lassen. Das war eine von den entscheidenden Erkenntnissen, es auf jeden Fall anders zu machen. Ich habe mich gefragt, was denn wirklich passiert, wenn jemand einen Entschluss fast. "Die Pläne des Fleißigen bringen lauter Gewinn." Spr. 21,5a Der Gewinn unseres Lebens setzt einen Entschluss voraus. Der, der ein Ziel hat, hat einen Entschluss gefasst .. Der träge Mensch mag das nicht. Er will nicht denken und schon gar nicht nachdenken. Der Träge lebt nicht, er wird von den Strömungen der Zeit und seiner eigenen Gefühle gelebt. Gott sagt, er wird den Lauen ausspeien. (Solche Menschen sind auch wirklich häufig zum "Kotzen").Der schlaue Mensch trifft eine Entscheidung, fasst einen Entschluss und setzt sich für seine Sache ein. Dem Trägen missfällt alles. Er ist nicht fähig, Kritik zu hören, weil sie ihn zur Entscheidung zwingt. Er macht tausend Fehler der Nachlässigkeit und jammert: "Ach hätte ich doch, ach könnte ich doch." Der jedoch, der sich aufgemacht hat, um einen Entschluss zu fassen, einen kleinen Schritt zu tun, der erlebt, was Theresia von Avila sagte: "Gott verlangt von uns nur einen kräftigen Entschluss , um dann von seiner Seite alles zu tun." Der entschlossene Mensch fürchtet den Teufel nicht. Der entschlossene Mensch geht seinen Weg vielleicht langsam, aber entschlossen und zielgerichtet. Er ist wie die Bärenraupe, die einen Entschluss gefasst hatte, über eine befahrene Straße zu gehen, weil sie auf der anderer Seite saftiges Grün ahnt. Sechs Meter Asphalt liegen dazwischen! Und dann ihre Stummelfüße! Und die Autos jagen hin und her! Zwanzig in der Minute. In einer Stunde über tausend. Pkws, Lastautos, Sattelschlepper, Fußgänger, Radfahrer, Mopeds. Aber sie geht. Ohne Hast. Ohne Furcht. Ohne großartige Taktik. Zwanzig Autos in der Minute! Und sie geht und geht und geht und - kommt an! Das ist der Beginn eines jeden Zieles: Der Entschluss , das Ziel zu erreichen.


Jakobus Richter

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise!

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Perlen der Weisheit
1. Perle - Gottlosigkeit ist die Wurzel sozialer und politischer Ungerechtigkeit

Sucht das Gute und nicht das Böse, damit ihr lebt! und der Herr, der Gott der Heerscharen, wird so mit euch sein, wie ihr sagt. Hasset das Böse und liebt das Gute und stellt das Recht her im Tor; vielleicht wird dann der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Rest Josephs gnädig sein. Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, also: Auf allen Plätzen erschallt die Totenklage, auf allen Gassen schreit man: "Weh, weh!" Den Landmann ruft man zur Trauer, und die der Klage kundig sind, zur Totenklage. Amos 5, 14-16

In einem Dorf, ganz in unserer Nähe, lebt eine Asylfamilie aus Pakistan. Sie haben zwei Kinder und wissen nicht, ob sie anerkannt werden. In Frankfurt leben Verwandte und Freunde. Dort gibt es eine Familienfeier. Sie stellen einen Antrag bei der Ausländerbehörde, ob sie dorthin fahren dürfen. Man genehmigt der Frau die Fahrt mit den Kindern, der Mann muß im Dorf bleiben. Die Mutter fährt mit den Kindern nach Frankfurt. Zwei Tag später kommt morgens um 5.00Uhr die Polizei in das Dorf, wo der Mann lebt. Sie nehmen ihn mit, fahren ihn zum Flugplatz und schicken ihn nach Pakistan zurück. Als die Frau in das Dorf zurückkehrt, ist der Mann und Vater nicht mehr da. Ich dachte, wir hätten in Deutschland diese Art mit Menschen umzugehen, seit dem 2. Weltkrieg endgültig hinter uns gelassen.

Gerade jetzt ist der Krieg in Jugoslawien. Direkt vor unserer Haustür, nur "ein paar" Dörfer weiter. In Amerika erschießen zwei Jugendliche 12 Menschen in ihrer Schule. Der amerikanische Präsident sagt im Fernsehen, man muß der Jugend wieder verständlich machen, daß man mit Gewalt keinen Frieden leben kann. Die Botschaft des Propheten Amos klingt, als sei sie gestern durch die Nachrichten gekommen. Was können wir tun?

Nicht resignieren wegen den Gräueltaten in dieser Welt, aber jetzt wieder neu nach den Ordnungen Gottes für diese Welt fragen und in meinem Herzen und meiner unmittelbaren Nähe damit beginnen, mich von ihnen leiten zu lassen.

Haben Sie auch schon einmal vergeben?

Es ist noch gar nicht solange her, dass die wissenschaftliche Psychologie Vergebung als ein Thema abgetan hat, was ausschließlich in den christlichen Bereich "verbannt" wurde. Seit ein paar Jahren kann man feststellen, dass auch die Psychologie erkannt hat, dass Vergebung eines des grundlegendenThemen ist, die dem Menschen helfen, aus der "Verknotung der Seele" herauszukommen. Wieder einmal ein durchschlagender Beweiß, dass die Bibel, was den ganzen Menschen betrifft, in allem Recht hat. Das wäre ja auch komisch, wenn das nicht so wäre, denn hier steht ja der Prototyp Mensch im Mittelpunkt des heilsgeschichtlichen Geschehens. Warum ist das eigentlich so wichtig, dass man vergibt? Es ist unsere menschliche Möglichkeit, direkt in die Heilsgeschichte eines Menschen einzugreifen.

Die griechische und hebräische Übersetzung von Vergeben heißt: Loslassen, hingehen lassen. Bei Homer wird sie als willentliche Freigabe einer Person, über die man rechtlich verfügen kann, bezeichnet. In der lateinischen Übersetzung des Alten Testamentes findet man hier auch die Begriffe von aufgeben, zurücklassen, erlassen im Erlassjahr des jüdischen Gesetzes , bedecken von Schuld. Der Vergebende ist Gott und in der Vergebung greifen wir aktiv in den Willen Gottes im Leben eines Menschen ein. Vergebung ist das Thema von Ostern. Durch den Tod Jesu am Kreuz hat Jesus für alle Menschen Vergebung bei Gott erwirkt. Unser persönlicher Weg zu Gott ist dadurch frei. Wir dürfen diese Freiheit nicht verleugnen und sie anderen vorenthalten. Vergebung ist darum immer ein Entlassen aus dem Gefängnis der Schuld in die Freiheit zum Leben. Vergebung ist der Schlüssel zu jeder Erneuerung von Beziehungen. Jemand, dem vergeben wurde, kann wieder lachen. Wann haben Sie das letzte Mal jemanden zum Lachen gebracht?


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Jemand hat Geduld mit uns!
Ziegen, Truthähne, Hühner, Kühe, Kälbchen ein Esel und ein Lama prägen das Bild rund um die Mühle. Viele Familien mit kleinen Kindern kommen spätestens dann nicht mehr weiter, wenn die Kinder die Ziegen entdeckt haben. Hier brauchen die Eltern Zeit! Die Ziegen sind der Renner. Die Kinder holen sich eine Hand voll Heu und versuchen die Ziegen zu füttern. Das machen alle Kinder. Das meiste Heu fällt auf den Boden und dann rennen die Kinder zurück um neues Heu zu holen. Und die Eltern warten. Manchmal ist es auch der Opa oder die Oma die da warten. Wenn alle Ziegen gefüttert sind, geht es zu den Kälbchen.
Aus dem Fenster meines Arbeitszimmers beobachte ich jeden Tag die Freude der Kinder und die Geduld der Eltern. Ein schönes Bild für die Geduld Gottes mit seinen Kindern. Leider beschäftigen wir uns nicht mit dem Füttern von Ziegen und Kälbchen sondern tun Dinge, wenn wir Gott wären, sicher nicht so viel Geduld hätten. Aber Gottes ist anders! Gott sei Dank!

Ich verstehe Gott nicht. Ich erlebe ihn. Ich erlebe seine Großzügigkeit in der Natur und ich erlebe seine Großzügigkeit in der Art und Weise wie er mit uns Menschen umgeht. Ich verstehe auch Karfreitag nicht, auch Ostern nicht. Ich sehe aber die Kraft, die aus dem Leiden kommt. Die letzten Worte Jesus am Kreuz waren nicht: " Es ist umsonst gewesen " sondern: " Es ist vollbracht! " Wir dürfen Leben! Leben aus der Auferstehungskraft Jesu.
Leben aus Gottes Geduld. Auch wenn wir "großen Kinder" uns mit anderen Dingen beschäftigen als die Kleinen, die mit Freuden die Ziegen füttern, bleibt Gott stehen, um auf uns zuwarten.
Ich verstehe Ihn nicht, aber ich liebe ihn für die Geduld die er mit mir hat.
Jakobus Richter

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Freunschaft auch in "wüsten" Zeiten

Heute brauchen wir starke Männer und Frauen Männer und Frauen, die achtbar, integrierend und intelligent sind. Männer und Frauen, die bereit sind, ihr Leben hinzugeben. Hingegeben an ihre soziale Verantwortung. Die ihre historische und kulturelle Bindung kennen und bereit sind, den Auftrag Jesus für diese Welt zu leben. Wir brauchen Männer und Frauen, die eine Vision für die Zukunft haben, die Jesus im Herzen tragen und ihm allein verantwortlich sind. Die fähig sind, diese Erde und unsere Gesellschaft mitzugestalten und bereit sind Impulse zu setzen, die für unsere Gesellschaft Richtungweisend sind. Wir brauchen Männer und Frauen, die bereit sind, echte Freundschaft zu leben Und das nicht nur in guten, sondern auch in "wüsten" Zeiten.

Davids Freundschaft mit Jonathan - 1. Samuel 18,1-5 1 Und es geschah, als er aufgehört hatte, mit Saul zu reden, verband sich die Seele Jonathans mit der Seele Davids; und Jonathan gewann ihn lieb wie seine eigene Seele. 2 Und Saul nahm ihn an jenem Tag zu sich und ließ ihn nicht wieder in das Haus seines Vaters zurückkehren. 3 Und Jonathan und David schlossen einen Bund, weil er ihn lieb hatte wie seine eigene Seele. 4 Und Jonathan zog das Oberkleid aus, das er anhatte, und gab es David, und seinen Waffenrock und sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel. 5 Und David zog in den Kampf. Und wohin immer Saul ihn sandte, hatte er Erfolg.

Heute brauchen wir starke Männer und Frauen Männer und Frauen, die achtbar, integrierend und intelligent sind.

Und Jonathan zog das Oberkleid aus, das er anhatte, und gab es David.
Zeichen seiner Würde

Die Begegnung mit dem lebendigen Gott hat uns unsere Würde gegeben. In dem Symbol des Obergewandes, das Jonathan dem David gibt, liegt das Zeichen der königlichen Würde. Das gab ihm Kraft, seinem Auftrag treu zu bleiben. Wer sich seiner Würde bewusst ist, kann andere integrieren. Intelligenz hat nicht nur mit Wissen zu tun. Es ist die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen, Erkanntes umzusetzen und sein Gegenüber zu würdigen. Der intelligenteste Mensch ist wahrscheinlich der, der diese Welt und Gottes Absichten mit dem Herzen versteht.

Wir brauchen
Männer und Frauen, die bereit sind, ihr Leben hinzugeben. Hingegeben an ihre soziale Verantwortung. Die ihre historische und kulturelle Bindung kennen und bereit sind, den Auftrag Jesus für diese Welt zu leben.

Und Jonathan zog den Waffenrock aus, den er anhatte, und gab ihn David Zeichen seiner Stärke Das ist vielleicht das Größte, was ein Freund geben kann: Das Zeichen seiner Stärke. Sich selber verletzlich machen, um den Freund zu schützen. Das ist nicht unbedingt das, was wir in unseren täglichen Leben erleben. Aber war nicht genau das, was Jesus für uns getan hat? Wir brauchen Männer und Frauen, die bereit sind ihr Leben hinzugeben. Das ist soziale Verantwortung, dem anderen etwas von dem zu geben, was mir so wichtig ist: meine Sicherheit. Heute ist das kein Waffenrock, heute ist das Geld, materielle Sicherheit. Jonathan wusste, woher er kam. Er kannte seinen königlichen Ursprung. Für seinen Freund hat er seine Sicherheit weggegeben. Freundschaft für ihn war nicht nur Symbol, sie war sein Leben! Eine Lehrerin in New York hatte sich entschieden, ihre älteren Schüler damit zu ehren, in dem er ihnen sagte, wie ihre spezielle Art den Unterschied zu den anderen macht. Jeden der Schüler rief sie nach vorne, einen nach dem anderen. Dann sagte sie dem Schüler, wie sehr seine Art die Lehrerin und auch die Klasse bereichert. Dann steckte Sie jedem der Schüler eine blaue Schleife an, auf der stand: "Meine Art macht den Unterschied". Aus dieser guten Erfahrung heraus entschied sich die Lehrerin, ein Projekt für die Klasse zu machen. Sie gab jedem der Schüler drei blaue Schleifen mit der Aufschrift: "Meine Art macht den Unterschied". Die Aufgabe der Schüler war, in ihrer Umgebung jemanden zu ehren, den sie mochten Einer der Schüler ging zu einem jungen Mann in einer Firma, der ihm geholfen hatte, seine Zukunft zu planen. Er steckte ihm die Schleife an und gab ihm zwei extra Schleifen mit der Bitte, auch jemanden zu finden, ihn zu ehren und ihm auch eine extra Schleife zu geben, damit er jemanden ehren könne. Der junge Mann in der Firma ging zu seinem Boss, von dem bekannt wurde, dass er mit einem schwierigen Mitarbeiter nett umgegangen war. Er bat seinen Chef sich zu setzen und erklärte ihm, wie angetan er von seiner freundlichen und kreativen Art ist, wie er mit schwierigen Mitarbeitern umgeht. Der Chef war ziemlich überrascht. Sein junger Mitarbeiter fragte ihn, ob er ihm die Schleife anstecken dürfe. "Ja, gerne", sagte sein Chef und der junge Mann steckte ihm die blaue Schleife direkt über seinem Herzen am Jackett an. Dann fragte er ihn, ob er ihm einen Gefallen tun würde und diese Extraschleife nehme um sie auch jemanden, den er ehren möchte, anzustecken. Er sagte ihm, dass der Schüler, der ihm die Schleife gegeben hatte, ein Projekt in der Schule macht und das er später wissen will, wie diese Art jemanden zu ehren, Menschen verändert. An diesem Abend kam der Chef nach Hause zu seinem 14jährigen Sohn. Er setzte sich zu ihm und sagte: "Heute ist mir was ganz eigenartiges passiert. Ich war in meinem Büro und plötzlich kommt dieser junge Mitarbeiter zu mir. Er sagte mir, dass er mich sehr schätzen würde und gab mir diese blaue Schleife, weil ich so einzigartig kreativ bin.

Dann steckte er mir diese blaue Schleife ans Jackett, auf der "Meine Art macht den Unterschied" steht. Er gab mir eine neue Schleife und bat mich, auch jemanden zu ehren. Als ich heute Abend nach Hause gefahren bin, habe ich darüber nachgedacht, wem ich wohl diese Schleife anstecken könnte und da bist du mir eingefallen. "Meine Tage sind sehr hektisch und wenn ich abends nach Hause komme, dann gebe ich dir nicht gerade das Gefühl, für dich da zu sein. Manchmal schreie ich dich an und sage, du bist nicht gut genug, um einen vernünftigen Abschluss in der Schule zu machen. Und dann meckere ich auch noch über dein unordentliches Zimmer und alles wird schlimmer. Aber heute Abend möchte ich einfach nur hier neben dir sitzen und dir sagen, das du mir sehr wertvoll bist. Neben deiner Mutter bist du mir das Wertvollste was ich habe und dazu habe ich dich auch noch sehr lieb." Der überraschte Junge fing an zu schluchzen und konnte nicht aufhören zu weinen. Sein ganzer Körper fing an zu schütteln. Dann schaute er mit seinen verweinten Augen zu seinem Vater und sagte: "Morgen wollte ich mir das Leben nehmen, Papa, weil ich dachte, du liebst mich nicht. Aber nun muss ich es nicht mehr tun!" (Aus "Chicken Soup fort he soul", Helice Bridges)

Wir brauchen
Männer und Frauen, die eine Vision für die Zukunft haben, die Jesus im Herzen tragen und ihm allein verantwortlich sind.

Und Jonathan zog das Oberkleid aus, das er anhatte, und gab es David, und seinen Waffenrock und sogar sein Schwert
Zeichen seiner Kampfbereitschaft

Das Schwert ist Zeichen des Kampfes. Kämpfen tut nur einer, der eine Vision hat und weiß, was er will. Als Christen kämpfen wir für die Hoffnung. Während des Sonnenuntergangs ging einer unserer Freunde am einsamen Strand der Mexikanischen Küste entlang. Plötzlich sah er vor sich einen anderen Mann. Als er näher kam, sah er einen Eingeborenen sich zur Erde beugen, etwas aufheben und dann ins Meer werfen. Immer wieder beugte er sich zur Erde, nahm etwas und warf es ins Wasser. Als unser Freund näher kam, sah er den Eingeborenen Seesterne, die durch die Ebbe an den Strand geschwemmt wurden, ins Wasser werfen. Unser Freund war erstaunt. Er erreichte den Mann und sagte: "Guten Abend, ich habe überlegt, was sie wohl machen?" "Ich werfe die Seesterne zurück ins Wasser. Sehen Sie, es ist Ebbe und wenn ich die Seesterne nicht ins Meer zurückwerfe, werden sie am Mangel von Oxygen sterben." "Ich verstehe!" sagte unser Freund, "aber das sind ja tausende am Strand. Das sind doch einfach zu viele um sie alle zu retten. Und wenn ich daran denke, dass dieser Strand nur einer von tausend Stränden an der ganzen Küste ist, was macht das schon für einen Unterschied auf Ganze gesehen?" Der Eingeborene lächelte unseren Freund an und sagte: "Für diesen einen macht es einen Unterschied!" (Aus "Chicken Soup fort he soul", Helice Bridges) Das ist unsere Hoffnung, dass Jesus am Strand unseres Lebens entlangläuft und den wieder ins Wasser des Lebens zurückwirft, der auf dem Trockenen gelandet ist. Und lohnt sich das nicht auch für uns, einen solchen Lebensstil zu leben?

Wir brauchen
Männer und Frauen, die fähig sind, diese Erde und unsere Gesellschaft mitzugestalten und bereit sind Impulse zu setzen, die für unsere Gesellschaft Richtungweisend sind.

Und Jonathan zog das Oberkleid aus, das er anhatte, und gab es David, und seinen Waffenrock und sogar sein Schwert, seinen Bogen
Zeichen seiner Weitsicht

Wir lassen uns zu schnell von den gegenwärtigen Umständen in die Enge treiben. Jonathan gab seinen Bogen an David. Der Bogen ist das Symbol der Weitsicht. Die Propheten haben von Gott die Gabe bekommen, über den Horizont zu schauen. Das Wort Gottes ist prophetisch. Wir können mehr wissen als wir vor Augen haben. Gott ist nicht tot, er hat immer und zu allen Zeiten und auch heute geredet.

Wir brauchen
Männer und Frauen, die bereits sind, echte Freundschaft zu leben Und das nicht nur in guten, sondern auch in "wüsten" Zeiten
Und Jonathan zog das Oberkleid aus, das er anhatte, und gab es David, und seinen Waffenrock und sogar sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
Zeichen seiner Treue
Treue ist nicht unbedingt das, was man heute als vorherrschende Kraft in unserer Gesellschaft erlebt. Aber genau hier wäre ein Ansatz, unsere Gesellschaft zu Beeinflussen, in dem wir treu sind. Treu in unserer Liebe zu Gott, zu uns selber und zu unserem Nächsten. Das fordert ein großes Maß an Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, an Wahrheit und echter Hingabe. Hingabe im Sinne von Paulus, wenn er sagt: sondern in der Demut achte einer den andern höher als sich selbst, jeder nicht nur mit dem Blick auf das Seine, sondern jeder auch [mit dem Blick] auf das, was der andern ist. (Phil.2,3b+4) Vielleicht sollten wir in Zukunft nicht mehr ein schönes, goldenes Kreuz als Schmuck um den Hals tragen, sondern einen Gürtel, der uns daran erinnert, in der Treue zu leben.


Jakobus Richter

Treue - Festhalten auch in wüsten Zeiten

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Was dir wichtig ist, Herr!
Na ja, so ganz genau kann man das wohl nicht sagen. Gut, es gibt ein paar Dinge, die man aus Gottes Wort ablesen kann. Die Grundsätzlichen, die, die für alle gültig sind und die man die Schöpfungsordnung Gottes nennt.
Würden wir die alle beherzigen, hätten wir genug zu tun. Wir tun es aber nicht und darum ist die Welt wie sie ist.
Auf dieses Thema bin ich aber auf einem ganz anderen Weg gekommen. Ich hielt kürzlich ein Seminar in einer Kirchen-gemeinde mit dem interessanten Thema:
Das Geheimnis an der Kugelbahn.
Es kamen 70 Mitarbeiter und Interessierte. Zu Anfang sangen wir ein paar Lieder. Schöne Lieder. In einem dieser Lieder kam die Zeile: Und mir ist wichtig, was dir wichtig ist, Herr!
Ich schrieb mir diese Zeile auf. Nachdem wir gesungen hatten, fragte ich in die Runde: "Wem war das heute wichtig? Wer hat heute Gott danach gefragt?" Einschließlich mir konnte das keiner mit Ja beantworten. Erschreckend. Singen ließ sich das Lied gut. Aber wir haben es nicht getan, wie wir so vieles nicht tun, was wir tun könnten.
Ich machte dann den Vorschlag, am nächsten Morgen eine Stunde früher aufzustehen, um Gott für den kommenden Tag zu fragen: "Herr, was ist dir wichtig für heute?"
Ich stand auf. Hatte mich ja selber in diesen Zugzwang gesetzt, der mir allerdings gut getan hat. Denn es gibt ja bekanntlich nichts Gutes, außer man tut es! (Erich Kästner)
Am nächsten Morgen fragte ich in die Runde, wer den Mut hatte, der Aufforderung des Vortages zu folgen. Außer mir war es noch eine Frau. Und er ging wieder an den See hinaus, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. Und im Vorübergehen sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen; und er sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand er auf und folgte ihm nach. Und es begab sich, dass er in dessen Hause zu Tische saß, und viele Zöllner und Sünder saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tische; denn es waren viele, die ihm nachfolgten. Und als die Schriftgelehrten [von der Partei] der Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum ißt er mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus hörte es und sprach zu ihnen: Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder. Markus 2, 13-17
Levi war in keiner besseren Situation als wir. Auch er hatte Freunde, hatte Menschen, die ihm in seiner Position wertvoll und wichtig waren. Wer verließ schon gerne sein Vermögen? Wer tut das heute?
Es geht gar nicht so sehr ums Geld, um die Sicherheit. Es geht um die Bereitschaft, zu hören und zu tun. Levi hat scheinbar nicht lange überlegt. Er stand auf und ging.
Nun könnten Sie denken, dass er es leicht hatte, wenn er in die bestechenden Augen Jesu sah. Erinnern Sie sich an den reichen Jüngling? Es geht nicht nur um die grundsätzliche Bereitschaft, Jesus nachzufolgen. Es geht um das Loslassen der eigenen Pläne. Heute. Morgen. Jeden Tag und immer wieder aufs Neue. Das Leben mit Jesus wird erst interessant, wenn man mit ihm im Gespräch ist und sagen kann: Herr, mir ist wichtig, was dir wichtig ist!

Jakobus Richter

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Gott hat den 10. dazugegeben!

Zeltstadt in Thüringen. Ich halte wie in den in zwei vergangenen Jahre wieder ein Seminar über das Thema: Wer bin ich? Das Seminar ist rappel voll. Schließlich interessiert das jeden, wer er ist. Grundlage des Seminars ist das Enneagramm. Jeder konnte einen Test machen. Für die Deckung meiner Unkosten nehme ich 10,-€.
Während des Seminars kommt eine Frau auf mich zu und bittet mich um ein Gespräch. Am Ende dieses Gespräches sagt sie zu mir: „Ich muss mich noch entschuldigen, dass sich die beiden Tests für meinen Mann und mich noch nicht bezahlt habe. Wir waren gestern auf der Bank und wollten Geld abholen. Leider hatten wir keines mehr." Ich sagte der Frau, dass sie sich darüber keine Gedanken machen muss. Sie muss die Tests nicht bezahlen.
Ich glaube es war ihr nicht ganz recht. Wer gibt schon gerne zu, dass er kein Geld mehr hat.
Drei Stunden später sitze ich in meinem Liegestuhl in der Sonne und ruhe mich aus. Plötzlich vernehme ich deutlich Gottes Stimme. „Gib ihr 100,-€!" Ich denke bei mir: „Du hast gut reden, wie soll ich das denn machen?" Ich konnte mir nicht vorstellen einfach zu der Frau hin zu gehen um ihr hundert 100,-€ in die Hand zu drücken. Schließlich wollte ich wollte die Angelegenheit wieder vergessen. Am nächsten Morgen in der stillen Zeit sagt Jesus zu mir:" Jakobus, ich gebe dir die 100-, € zurück, wenn du sie der Frau gibst!" Ich habe versucht zu tun als hätte ich es nicht gehört. Nach dem Frühstück gehe ich jemanden besuchen. Plötzlich sagte er aus heiterem Himmel: „Ich hoffe du darfst auch persönliche Spenden annehmen?!" Ohne zu zögern gibt er mir 50,-€. Jetzt wurde es mir langsam heiß. Ich habe die 50,-€ eingesteckt und bin gegangen. Als sich der Bücherstube der Zeltstadt vorbeikomme, gibt mir die Frau aus der Bücherstube 40,-€ in die Hand. Durch meine Buchempfehlungen haben Sie so viele Bücher verkauft, dass sie mir etwas Gutes tun wollten.
Jetzt war das Maß voll. Ich bin zu meinem Wohnwagen gegangen, habe einen Umschlag genommen und 100,-€ hinein getan. Dann wollte ich die besagte Frau suchen, aber da lief sie mir auch schon über den Weg. Ich habe ihr die Umschlag gegeben und sie gebeten, mir nicht zu danken. Es ist eine direkte Gabe Gottes. Sie hätte ihre Augen sehen sollen. Dank, Freude und Erstaunen, alles konnte man darin lesen. So gut ist Gott! Und da man Gott von allem den 10. geben soll, hat er sie gleich abgezogen. Von mir, damit die Frau den vollen Betrag bekam.
Jakobus Richter

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Auf meine Warte will ich treten

Ich dachte natürlich zuerst an eine Vogelwarte. Wenn man auf ihr steht, ein paar Meter über dem Boden, hat man eine gute Sicht. Wenn man über den Dingen steht, ist die Sicht immer besser, als irgendein Platz mittendrin.

Kürzlich stieß ich auf das Wort des Propheten Habakuk:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht! schreie ich zu dir über Gewalt, und du kommst nicht zu Hilfe! Warum lässest du mich Unrecht sehen und muss ich Unheil schauen? warum ist Bedrückung und Gewalttat vor meinen Augen und Streit und Hader? Darum erschlafft das Gesetz, und das Recht kommt nimmermehr auf; denn der Gottlose umringt den Gerechten, und das Recht wird verkehrt.
(Habakuk 1, 2 -4)

Das kennen wir doch. Oder? Diese scheinbar hilflosen Schreie unseres Herzens.
Ich hab da ein echtes Problem:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Krankheit:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Geldmangel:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Israel:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Deutschland:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Afrika:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Gemeinde:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Streit in den Ehen:
Wie lange schon rufe ich, Herr, und du hörst nicht

Auf meine Warte will ich treten, auf den Turm mich stellen, will spähen und schauen, was er mit mir reden und was er antworten wird auf mein Vorhalt. Da antwortete mir der Herr und sprach: schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie ein auf Tafeln, dass man sie geläufig lesen kann. Denn noch ist der Offenbarung ihre Frist gesetzt, doch sie drängt zum Ende und trügt nicht. Wenn sie verzieht, so harre darauf! Denn sie kommt gewiss und bleibt nicht aus. " Siehe, der Ungerechte - seine Seele verschmachtet in ihm; der Gerechte aber wird kraft seiner Treue am Leben bleiben.
Habakuk 2, 1-4

Auf die Warte steigen:

Das ist zuerst Gott suchen
Eine Zeit für Gott. Still sein, hören, Ihn suchen ohne dabei einzuschlafen! Das ist möglich, wenn ich mich aus meiner alltäglichen Umgebung herausnehme. Meine Warte ist der Spaziergang. Da schlafe ich nicht ein und wenn doch, werde ich beim Fallen wieder wach, spätestens dann! Ich gehe immer den gleichen Weg, damit mich die Natur nicht ablenkt. Auf diesem Weg bitte ich den Heiligen Geist, mir Seinen Willen einzugeben, mir Bilder und Visionen zu schenken. Manchmal habe ich Eindrücke, manchmal werde ich auch ermutigt. Ermutigung durch den Heiligen Geist ist das Beste was einem geschehen kann. Wer brauchte das nicht?

Gott redet!
Nicht nur zu Habakuk und den Propheten des Alten Testamentes. Ich schütte vor Ihm mein Herz aus. Ich sage ihm, was mich bedrück, sage es laut und deutlich. Formuliere die Worte so, als ginge Er sichtbar neben mir her. Ich klage Ihm meine Not, ich verberge nichts vor Ihm. Manchmal schäme ich mich, weil mir bestimmte Dinge wieder nicht gelungen sind. In mancher Beziehung schaue ich auf 58 Jahre innerer Niederlage zurück.

Gebetsabend
Wenn man sich am Gebetsabend nicht gemütlich auf den Stuhl setzt, dann hat man schon gewonnen. Sonst gewinnt der Schlaf. Ich kann leider nicht den ganzen Abend stehen, aber ich setze mich immer so hin, dass es nicht sehr bequem ist, damit ich aufmerksam bleibe. Man muss innerlich mitmachen, sich beteiligen, sonst fällt man von der Warte und hat nichts gesehen.

Lobpreis
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan! Der dir all deine Schuld vergibt und alle deine Gebrechen heilt, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der mit Gutem dein Verlangen stillt, dass deine Jugend sich erneuert gleich dem Adler. Taten des Heils vollbringt der Herr und schafft Recht allen Unterdrückten. Er tat Mose seine Wege kund, den Kindern Israels sein Walten. Barmherzig und gnädig ist der Herr, langmütig und reich an Güte. Er hadert nicht immerdar und verharrt nicht ewig im Zorn. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Aufgang ist vom Niedergang, so fern tut er unsre Übertretungen von uns.
(Aus Psalm 103)

Es gibt nichts Fruchtbareres im Gebetsleben, als sich an Gottes Taten zu erinnern.

Auch wir können Psalmen schreiben! Krankheit: Ich habe lange gerufen, Du Herr, hattest einen anderen Plan. Ich hatte kein Geld, aber du Herr, hast mich am Leben gehalten. In Israel toben die Völker, aber du stehst auf der Seite deines Volkes.Deutschland versinkt im Egoismus, aber du Herr, hilfst deinem Volk. In Afrika ist die Not so groß. Menschen werden verfolgt und getötet. Kriege verheeren den Kontinent. Herr, erbarme dich! In unsere Gemeinden macht sich Unglaube und Lieblosigkeit breit, Herr, wir brauchen Erneuerung. Es gibt so viel Streit in den Ehehen. Herr, du hast den Menschen ein Gebot gegeben, dass sie einander höher achten sollen als sich selber. Lenke unsere Sinne wieder zu deinem Wort, o Herr.

Bei Gott lernt man, in die andere Dimension des Lebens zu schauen. Weg von den eingefahrenen Gleisen. Hin zu den neuen Wegen, die ins Vaterherz Gottes führen. In Seinem Licht verschaffen wir uns Übersicht. Bei Ihm lernen wir, über den Horizont zu schauen.

…der Gerechte aber wird kraft seiner Treue am Leben bleiben. Das ist das Geheimnis. Man muss dran bleiben, sich immer wieder aufmachen und festgefahrene Wege loslassen.
Jakobus Richter

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Selbstmitleid

In uns ist nicht nur das Problem.
In uns ist auch Gottes Gegenwart!


Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.
1. Mose 1, 27

Wo ich gehe - du!
Wo ich stehe - du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Ergeht's mir gut - du!
Wenn's weh mir tut - du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Himmel - du, Erde - du,
Oben - du, unten - du,
Wohin ich mich wende, an jedem Ende
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
(Martin Buber)

3 Attribute des Gegenwart Gottes in mir
1. Langmut (Geduld)
Ein Dieb kam zum Himmelreich und pochte an die Tür. ,Macht auf!” Der Apostel Petrus, der die Schlüssel zum Himmelreich besitzt, hörte das Klopfen und ging zur Tür. ”Wer ist da?” – „Ich.” – ”Wer bist du?” –„Ein Dieb. Lass mich ins Himmelreich.” – ”Nein, hier ist kein Platz für Diebe.” – ”Und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?” –„Der Apostel Petrus.” – „Ich kenn dich! Du bist der, der Christus verleugnete, noch bevor der Hahn krähte. Ich weiß alles, Bruder!” Da kehrte Petrus um und suchte Paulus. ”Geh, Paulus, sprich du mit ihm.” Paulus ging zur Tür. ”Wer ist da?” – Ich der Dieb. Lass mich ins Himmelreich!” –„Hier ist für Diebe kein Platz.” – ”Und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?” – Ich bin der Apostel Paulus.” – „Ach Paulus! Ich weiß du bist jener, der die Christen verfolgte. Und du bist jetzt im Paradies!” – Da kehrte auch Paulus um und erzählte Petrus, was der Dieb gesagt hatte. „Nun”, sprach Petrus, ”dann werden wir den Evangelisten Johannes schicken. Er hat Christus keinmal verleugnet. Soll er mit dem Dieb reden.” Johannes ging zur Tür. „Wer ist da?” – ”Ich, der Dieb. Lass mich ins Himmelreich!” – „Da kannst du lange bitten, Dieb. Für solche Sünder wie dich ist hier kein Platz.” – ”Und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?” – ”Ich bin der Evangelist Johannes.” –„Aha, du bist ein Evangelist. Weshalb beitrügt ihr die Menschen? Ihr habt im Evangelium geschrieben: „Klopft an, so wird euch aufgetan; bittet, so wird euch gegeben.“ Jetzt stehe ich hier schon seit zwei Stunden und klopfe an, aber niemand tut mir auf. Wenn du mich nicht auf der Stelle ins Himmelreich einlässt, dann kehre ich auf die Erde zurück und sage den Menschen, dass ihr im Evangelium die Unwahrheit geschrieben habt!” Da erschrak Johannes und ließ den Dieb ins Himmelreich.
(Nach einem russischen Märchen)
Geduld und Ausdauer öffnen uns den Himmel

2. Freundlichkeit
Erinnere dich, wer du bist!
Der Ausdruck auf deinem Gesicht
Die Gesten deines Körpers
Deine Kleidung
Gottes Freundlichkeit leuchtet durch unser Wesen in diese Welt. Wie sonst?
Freundlichkeit ist der Ausdruck meiner inneren Harmonie von Geist, Seele und Leib

3. Gütigkeit
Ein berühmter Schauspieler, der in einer Familie eingeladen war, wurde gebeten, etwas vorzutragen. Er bat um Vorschlag. Ein älterer Geistlicher bat um den 23. Psalm. Der Schauspieler, etwas verlegen, willigte ein unter der Bedingung, dass der alte Herr den Psalm nach ihm wiederhole. Dann sprach er den Hirtenpsalm mit wundervoller Stimme und klarster Betonung. Er erntete reichen Beifall. Dann wiederholte der alte Pfarrer den Psalm. Niemand spendete am Schluss Beifall, aber mancher der Anwesenden war im Innersten bewegt. Da sagte der Schauspieler ernst: "Ich darf wohl sagen, ich kenne den Psalm, Sie aber kennen den Hirten."

Wer sich mit dem Hirten verbindet, dessen Angesicht leuchtet durch sein Leben hindurch!

Was kann man tun, damit es dunkel wird?

Selbstmitleid pflegen

Jonas Sendung, Ungehorsam und Strafe
1 Und es erging das Wort des Herrn an Jona, den Sohn Amitthais: 2 Auf, gehe nach Ninive, der grossen Stadt, und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.3 Aber Jona machte sich auf, aus dem Angesichte des Herrn hinweg nach Tharsis zu fliehen, und ging nach Joppe hinab. Da fand er ein Schiff, das nach Tharsis fuhr. Er bezahlte den Fahrpreis und stieg ein, um mit nach Tharsis zu fahren, hinweg aus den Augen des Herrn.
Hier fängt die Problematik des Selsbtmitleides an. Jona sieht nur sich, sonst nichts und da Gott ihm keine Alternative anbietet, sucht er sich selber eine und flieht. Mit mir nicht! 4 Aber der Herr warf einen gewaltigen Wind auf das Meer, und es entstand ein gewaltiger Sturm auf dem Meere, so dass das Schiff zu scheitern drohte. 5 Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrien ein jeder zu seinem Gott. Und sie warfen die Geräte auf dem Schiff ins Meer, um sich Erleichterung zu schaffen. Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinab gestiegen, hatte sich niedergelegt und schlief fest. 6 Da trat der Schiffshauptmann an ihn heran und sprach zu ihm: Was kommt dich an, zu schlafen? Auf, rufe deinen Gott an; vielleicht nimmt er Rücksicht auf uns, dass wir nicht verderben. 7 Dann sprachen sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, damit wir erfahren, um wessen willen uns dieses Unglück trifft. Und sie warfen das Los, und es fiel auf Jona. 8 Da sprachen sie zu ihm: Sage uns doch: was ist dein Gewerbe, und woher kommst du? wo bist du daheim, und zu welchem Volk gehörst du? 9 Er antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. 10 Da fürchteten die Männer sich sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan! Denn die Männer wussten, dass er vor dem Herrn floh; er hatte es ihnen nämlich gesagt. 11 Und sie sprachen zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, dass das Meer ruhig wird und von uns lässt? Denn das Meer wurde immer stürmischer. 12 Er antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer ruhig werden und von euch lassen.
Ein erneuter Versuch des Jona, sich in sein Selbstmitleid zurückzuziehen. Selbstmitleid hat die Dynamik nach unten, weg von der Oberfläche. Man kann mir doch nicht helfen. Wenn ich sterbe, lasse ich ein paar Schuldige zurück und wenn es Gott ist.
Denn ich weiß, dass dieser gewaltige Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist. 13 Nun strengten sich die Männer an, das Schiff wieder ans Land zu bringen, aber sie vermochten es nicht; denn das Meer wurde immer stürmischer gegen sie. 14 Da riefen sie den Herrn an und sprachen: Ach Herr, lass uns doch nicht umkommen, wenn wir diesen Mann ums Leben bringen, und rechne uns nicht unschuldiges Blut an; denn du, o Herr, hast nach deinem Wohlgefallen getan. 15 Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da stand das Meer ab von seinem Wüten. 16 Es kam aber große Furcht vor dem Herrn über die Männer, und sie schlachteten dem Herrn ein Opfer und taten Gelübde.
Die Seeleute haben verantwortungs-bewusst gehandelt. Sie haben zu Gott geschrieen, ihm ihre Misere gesagt und dann nach besten Wissen und Gewissen gehandelt und Gott hat ihr Gebet erhört. Das hätte auch Jona tun können, wäre er nicht so tief in seinem Selbstmitleid verstrickt gewesen.
Texte aus dem Internet:
“Schnubbel” schrieb: Wenn Selbstmitleid gerade nicht da ist, dann kann man nur hoffen, es kommt auch nicht zurück!

Ein anderer schrieb:
Selbstmitleid reißt einen nur immer weiter runter in die Scheiße. Nicht, dass es nicht gerechtfertigt wäre. Es gibt tausend Gründe, mit sich Mitleid zu haben. Nur ändert es nichts an der realität, jedenfalls nur insofern, als die Realität von einem selbst bestimmt wird. Und genau in diesem Sinne ist es nicht förderlich, denn es wird alles nur noch schlimmer

Und Herbert Grönemeyer schreibt zu diesem Thema einen Song

SELBSTMITLEID
Du hast keine Optik Ausstrahlung gleich null nicht mal deine schultern sind breit dein Dreitagebart macht dich auch nicht richtig hart
tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid

dein Badezimmerspiegel schaltet auf blind dein Anblick ist ihm zu seicht den entscheidenden Elfmeter hast du sinnlos vergeigt
tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid

du stehst im regen, und du wirst nicht nass es regnet an dir vorbei über deinen Lieblinkswitz hat wieder keiner gelacht
tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid

als besonderes Merkmahl steht in deinem pass nur: blass und Weichei wenn du den zoll passierst wirst du nie kontrolliert
tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid

du stehst im regen, und du wirst nicht nass es regnet an dir vorbei, du hast 'nen schlechten empfang - und das schon wochenlang
tu dir leid, tu dir leid, tu dir leid

alle Türen zugeschlagen, man feiert ohne dich nur der Katzenjammer bleibt, keiner kann dich ertragen, du bist einfach ein nichts, keiner der sich über dich freut du kannst auf der stelle erfrieren, keinen wird's interessieren,
auf welcher Scholle du treibst

Ob er die Geschichte des Jona kannte?

Selbstmitleid:

1. Flucht aus der Realität

2. Eingeschränkte Wahrnehmung
Jona hatte nur eine Aufgabe zu erfüllen, nicht die Verantwortung für die Reaktion der Menschen in Ninive.

3. Vorwurf , nicht gesehen zu werden

Jonas Gebet und Rettung
2 Und der Herr entbot einen großen Fisch, Jona zu verschlingen, und Jona war drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des Fisches. 2 Da betete Jona im Bauche des Fisches zu dem Herrn, seinem Gott, 3 und sprach: Aus meiner Not rief ich zu dem Herrn, und er erhörte mich. Aus dem Schoss der Unterwelt schrie ich, du hörtest meine Stimme. 4 Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, und die Flut umschloss mich; all deine Wogen und Wellen gingen über mich hin. 5 Schon dachte ich, ich sei verstoßen, hinweg aus deinen Augen. Wie werde ich je wieder schauen deinen heiligen Tempel? 6 Die Wasser gingen mir bis an die Seele, die Tiefe umschloss mich, Meertang umschlang mein Haupt 7 an den Gründen der Berge. Ich war hinab gefahren in die Erde, ihre Riegel schlossen sich hinter mir auf ewig; da zogst du mein Leben empor aus der Grube, o Herr, mein Gott! 8 Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich des Herrn, und mein Gebet drang zu dir in deinen heiligen Tempel. 9 Die an nichtige Götzen sich halten, verlassen [ihn,] ihre Zuflucht. 10 Ich aber will mit lautem Danken dir Opfer bringen; was ich gelobt habe, will ich erfüllen! Die Hilfe steht bei dem Herrn. 11 Und der Herr gebot dem Fisch, und er spie Jona ans Land. Jona in Ninive 3 Darnach erging das Wort des Herrn zum zweiten Male an Jona: 2 Auf, gehe nach Ninive, der großen Stadt, und predige ihr, was ich dir sagen werde. 3 Und Jona machte sich auf und ging nach Ninive gemäß dem Befehl des Herrn. Ninive aber war eine über alle Massen große Stadt, drei Tagereisen zu durchwandern. 4 Und Jona begann in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise weit; dann predigte er: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört! 5 Und die Leute von Ninive glaubten Gott und riefen ein Fasten aus, und groß und klein legte Trauer an. 6 Und die Kunde drang bis vor den König von Ninive. Da stand er auf von seinem Throne, tat seinen Mantel von sich, bedeckte sich mit dem Trauergewand und setzte sich in die Asche. 7 Dann ließ er ausrufen und verkünden in Ninive: «Auf Befehl des Königs und seiner Grossen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe, sollen nichts genießen, sie sollen nicht weiden noch Wasser trinken. 8 Sie sollen sich in Trauer hüllen, Menschen und Vieh, und mit Macht zu Gott rufen und sollen sich ein jeder bekehren von seinem bösen Wandel und von dem Frevel, der an seinen Händen ist. 9 Wer weiß, vielleicht gereut es Gott doch noch, und er lässt ab von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht untergehen.» 10 Als nun Gott ihr Tun sah, dass sie sich von ihrem bösen Wandel bekehrten, ließ er sich das Unheil gereuen, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht. 4 Das verdross Jona gar sehr, und er ward zornig. 2 Und so betete er zum Herrn und sprach: Ach, Herr, das ist's eben, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Lande war. Darum wollte ich auch das erste Mal nach Tharsis fliehen. Denn ich wusste ja, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld, und dass dich des Übels gereut. 3 Und nun, o Herr, nimm doch meine Seele von mir; denn es ist mir lieber, ich sterbe, als dass ich noch weiterlebe. 4 Da antwortete der Herr: Ist es recht, dass du so zürnst? 5 Darnach ging Jona zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder. Er baute sich dort eine Hütte und saß darunter im Schatten, bis er sähe, wie es der Stadt ergehen würde. 6 Und Gott der Herr entbot einen Rizinus; der wuchs über Jona empor, um seinem Haupte Schatten zu geben und ihm so seinen Unmut zu nehmen. Über diesen Rizinus freute sich Jona sehr. 7 Als aber am folgenden Tage die Morgenröte aufstieg, entbot Gott einen Wurm; der stach den Rizinus, so dass er verdorrte. 8 Und als die Sonne aufging, entbot Gott einen schwülen Ostwind, und die Sonne stach auf Jonas Haupt, so dass er matt wurde. Da wünschte er sich den Tod und sprach: Es ist mir lieber, ich sterbe, als dass ich noch weiterlebe. 9 Gott aber sprach zu Jona: Ist es recht, dass du so zürnst um des Rizinus willen? Er antwortete: Ja, mit Recht zürne ich so, dass mir das Leben verleidet ist. 10 Da sprach der Herr: Dich jammert des Rizinus, um den du doch keine Mühe gehabt und den du nicht groß gezogen hast, der in einer Nacht geworden und in einer Nacht verdorben ist. 11 Und mich sollte der großen Stadt Ninive nicht jammern, in der über 120.000 Menschen sind, die zwischen rechts und links noch nicht unterscheiden können, dazu die Menge Vieh?

Wie ist das mit Ihrem Selbstmitleid?
Jakobus Richter

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Die Flugzeugkathastrophe vom 11. September
8:45 Uhr Ortszeit stürzte eine Boeing 767-200 der American Airlines auf dem Flug von Boston, Massachusetts nach Los Angeles, California aufgrund einer gezielten Entführung in den nördlichen Turm des World Trade Center in New York City. 18 Minuten später stürzte eine Boeing 767-200 der United Airlines auf dem Flug von Boston to Los Angeles in den südlichen Turm. Durch die strukturelle Belastung der Gebäude stürzten beide Türme nacheinander komplett ein. Alle 157 Insassen der beiden Flugzeuge kamen dabei ums Leben.

Wir flogen am 14. August nach Entebbe und kamen dort wohlbehalten an. Nicht jedes Flugzeug, das sich in den Himmle hebt, wird wieder landen. Umso mehr sind wir dankbar, dass wir wieder gesund und wohlbehalten am 6. September in Deutschland gelandet sind. Dazwischen liegen ereignisreiche Wochen, in denen wir für unser Kinderdorf das erste Haus gebaut haben.
Die Situation in Uganda ist geprägt von Armut und Hoffnung. Es gibt unglaublich viele Schulprojekte, von denen aber die meisten in der Bauphase oder kurz danach stecken bleiben.
Ich fragte einen jungen Ugander, warum es kaum afrikanische Verantwortungsträger gibt. Seine Antwort war liebevoll und gleichzeitig erschütternd: „Das ist wohl nicht unsere Gabe.“
Mir fällt eine Geschichte dazu ein, die sicher schon viele kennen, aber sie sagt das aus, worum es eigentlich geht. Wenn wir unseren Freunden das geben, was Gott ihnen in ihrer Person zugedacht hat, dann werden sie auch die Chance haben, Selbstbewusst zu werden.
Das Schulprojekt in Tororo/Osia wird afrikanischen Kindern helfen, eine Zukunft zu gestalten, in der sie ihr Land gestalten werden. Dass wir ihnen dabei helfen, scheint nur gerecht zu sein, denn wir Europäer haben über viele Jahrzehnte verhindert, dass sie zu selbständigen Partnern in einer globalisierten Welt werden.
Ein afrikanischer Vater hatte eine Tochter, und die war keine berühmte Schönheit: Schlaksig, dürr und schief stand sie da mit herunterhängenden Schultern. Ihr Gang war nicht der einer Antilope, sondern eines Elefanten. Ihren Augen fehlte der Funke, und sie ließ den Kopf hängen, - „Was bin ich für ein geplagter Vater!
Die Tochter nimmt mir niemand ab. Die bringt als Brautpreis höchstens eine Kuh. Andere können für ihre Tochter 3 oder 4 Kühe verlangen. Ich muss Glück haben, wenn ich sie los bringe." Und dieser Vater hört eines Tages: Ausgerechnet für meine Tochter interessiert sich ein junger Mann. Na, verlang' ich mal 3 Kühe, ich kann dann immer noch auf eine runtergehen.
Der junge Mann erscheint, die Familie ist versammelt. Der Vater traut seinen Ohren nicht, als der junge Mann erklärt: „Ich biete dir für deine Tochter 8 Kühe." - Schnell, schnell setzt der Vater den Vertrag auf. Der junge Mann bezahlt.
Die Hochzeit wird gefeiert, die junge Frau zieht mit ihrem Mann in dessen Dorf. Wenige Monate später bekommt das junge Paar in dem entfernten Dorf zu Besuch; „Sag mal", sagen die Besucher zu dem Ehemann, „warum hast du dich von deinem Schwiegervater so übers Ohr hauen lassen? Du bist doch nicht so dumm in Geschäften." Da geht die Tür auf, eine junge Frau erscheint, legt eine Tischdecke auf, bringt zu trinken, verschwindet. - Die Besucher sehen ihr mit großen Augen nach. „Ja, das ist meine Sarita" sagt der Ehemann.
„8 Kühe wert-" - „Aber die ist ja so anders, so schön, gar nicht so..." „Ja, vielleicht wäre sie noch hässlich, wenn sie wüsste, dass sie mir nur eine Kuh wert ist. Sie hätte ewig den Spott und das Gelächter der anderen Frauen am Hals. Aber seit sie weiß, was sie mir wert ist, hat sie sich verändert. Sie ist schön, seht selber: schöner als alle. Denn ich habe für sie einen Liebhaberpreis bezahlt."
Jakobus Richter

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Zukunft gestalten Teil I
Auf die Frage was denn wohl der Unterschied zwischen Spitzenleistung und miserabler Leistung sei, soll Andrew Carnegie (Schottischer Unternehmer, Begründer der legendären Carnegie Steel Company) geantwortet haben:
"Spitzenleistungen sind ebenso wenig das Resultat einzelner Handlungen wie miserable Leistungen. Wiederholen Sie täglich nur ein und denselben kleinen Fehler, so führt dies in Kumulation zu einem äußerst miserablen Ergebnis. Wiederholen Sie jedoch täglich eine kleine, zielorientierte und effektive Handlung, so werden Sie nicht umhin kommen mit Spitzenleistungen Bedeutung in Ihrem Feld zu erlangen!"
Das Gleichnis vom Feigenbaum
13:6 Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinen Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine.
Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre sind's, seit ich komme und an diesem Feigenbaum Frucht suche und keine finde. Haue ihn um! Wozu soll er noch das Land unbrauchbar machen? Doch der antwortete und sagte zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn her gegraben und Dünger gelegt habe; und wenn er in Zukunft Frucht bringt[, so ist's gut] - sonst magst du ihn umhauen lassen.
(Lukas 13, 6 – 9)

Zukunft gestalten:
Das Richtige tun!
Im Gleichnis vom Feigenbaum sehen wir was passiert, wenn man nicht das tut, wofür man gemacht ist!
Wo für bin ich gemacht?
Wenn ich diese Frage nicht beantworten kann, dann werde ich mein Potential nicht einbringen können.
Jesus hat in dem Gleichnis vom Feigenbaum dem Fruchtbringen vier Jahre Zeit gegeben.
Wenn dann keine Frucht kommen, kann man ihn abhauen. Jesus geht wahrscheinlich davon aus, dass dann mit keiner Frucht mehr zu rechnen ist.
Vielleicht hat Jesus auch solange gewartet, weil er weiß, dass auch Bäume gleicher Gattung unterschiedlich reagieren.
Dass wir Menschen nicht alle gleich sind, das weiß auch jeder. Deshalb gibt es auch keinen allgemein gültigen Weg, um herauszufinden, wofür jemand gemacht ist, und was seine Aufgabe ist. Es gibt keinen allgemein gültigen Weg! Dafür sind wir zu verschieben!
Wenn es diesen Weg für alle gäbe, dann wären wir entweder alle Bill Gates oder Mutter Theresa!
Ich zeige hier aber ein paar Möglichkeiten auf, womit man seinen Weg finden und trainieren kann.
Zuerst muss jeder für sich eine wichtige Entscheidung treffen. Ich muss mich entscheiden, ob mich an einen lebendigen Gott glaube oder nicht.
Wenn ich mich entschieden habe, dass es keinen lebendigen Gott gibt, dann kann ich so weiterleben wie bisher.
Wenn ich mich entschieden habe, dass es einen lebendigen Gott gibt, dann kann ich mit ihm reden.
In diesem Fall empfehle ich drei Übungen:

Erste Übung:
Ich gehe jeden Tag eine halbe Stunde spazieren und Frage Gott: Wofür bin ich gemacht?
(Wenn ich in einer Woche nichts gehört habe, dann mache ich weiter, solange, bis ich was höre!)
Am Ende dieser Woche oder Zeit schreibe ich mir auf, was ich von Gott gehört habe und suche mir jemanden, mit dem ich darüber reden kann.

Dann kommt der zweite Übung:
Wie kann ich das Gehörte umsetzen?
Auch für diese Frage nehme ich mir eine Woche Zeit (oder länger!) und schreiben dann das Resultat meiner Überlegungen auf.

Damit komme ich zur dritten Übung:
Entscheide dich für den ersten Schritt, den du in deine Berufung gehen willst!
Wenn du die Zukunft gestalten möchte ist muss du vorwärts gehen! Wenn du deine Zukunft gestalten möchte ist, brauchst du Mut um das Alte hinter dir zulassen!
Hier kommen wir noch einmal zu dem Gleichnis vom Feigenbaum. Jesus hat etwas sehr pragmatisches gemacht: er hat geschaut, ob der Feigenbaum Früchte trägt.
Das Resultat war, dass der Feigenbaum nicht das geleistet hat, wofür er gemacht war.
Schau in dein Leben. Du musst dich nicht mit jemanden Vergleichen, aber finde die Frucht in deinem Leben.
Wenn du keine Frucht findest, hast du was falsch gemacht. Jetzt fühlen sich alle die unter Druck, die ein falsches Bild von Frucht haben.
Früchte sind keine Superlativen! Früchte sind Resultate von Ursache und Wirkung.
Was ist das?
Ich gehe zur Schule und mache einen Abschluss.
Ich lerne einen Beruf und habe mir durch die Lehre Wissen angeeignet, was ich umsetzen kann.
Ich habe geheiratet, Kinder gezeugt und geholfen, das sie den Weg ins Leben finden.
Ich habe entdeckt, dass ich malen kann und habe ein Bild gemalt. Aber für viele bleibt die große Frage unbeantwortet:
Wofür bin ich gemacht!
Wer das nicht weiß, sollte die vorgeschlagenen Übungen machen. Ich bin gerne bereit, Hilfestellung zu geben, denn es gibt nichts Schöneres, besseres im Leben als zu wissen, wofür man da ist.

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Zukunft gestalten Teil II
Manchmal macht man im Leben Dinge, deren Ausmaß man erst sieht, wenn man vielleicht schon gar nicht mehr daran denkt. Auf der Zeltstadt in diesem Jahr traf mich ein Satz, der wie kaum ein anderes Wort die „Seele“ der Hoffnung widerspiegelt: Wir müssen jetzt die Bäume pflanzen, in deren Schatten wir wahrscheinlich nie sitzen werden.
Zukunft gestalten war das Thema der Zeltstadt in Thüringen. Ich durfte beim Abschlussgottesdienst das Wort der Sendung sagen und begann mit dieser Geschichte:

Es war 1965, während eines Familientreffens in Florida, als eine Großmutter um 2 Uhr Nachts alle Anwesenden aufweckte und die Anweisung ausgab, leere Cola Flaschen, Korken und Papier zu holen. „Ich habe von Gott eine Botschaft erhalten“. sagte sie. „Die Menschen müssen sein Wort hören.“ Sie schrieb Verse auf das Papier, die die Enkelkinder in Flaschen steckten, die sie dann verkorkten. Dann deponierten sie über zweihundert dieser Flaschen in der Brandung von Cocoa Beach.
Während der nächsten Jahre meldeten sich bei ihr immer wieder Menschen und dankten ihr für die Bibelverse. Sie starb im November 1974.
Im darauffolgenden Monat traf der letzte Brief ein: Liebe Frau Gause,
diesen Brief schreibe ich bei Kerzenschein. Wir haben auf unserer Farm keinen Strom mehr. Mein Ehemann wurde im Herbst getötet, als sich der Traktor überschlug. Er hinterließ elf kleine Kinder und mich. Die Bank hat uns den Kredit gekündigt, wir haben nur noch einen Laib Brot übrig. Es liegt Schnee, und in zwei Wochen ist Weihnachten. Ich bat Gott um Vergebung, bevor ich mich auf den Weg machte, um mich zu ertränken. Der Fluss ist schon seit Wochen gefroren, so dass ich dachte, es würde schnell gehen. Als ich das Eis aufbrach, trieb eine Cola Fasche nach oben. Ich öffnete sie, und unter Tränen und mit zitternden Händen las ich etwas über Hoffnung. Prediger 9,4: .Ja, wer noch all den Lebenden zugesellt ist, für den gibt es Hoffnung." Hebräer 7,19 und 6,18 sowie Johannes 3,3 waren ebenfalls angegeben. Ich ging nach Hause, las meine Bibel und dankte nun Gott. Bitte beten Sie für uns, aber wir werden es jetzt schaffen. Gott segne Sie und die Ihren. Eine Farm in Ohio
Man mag ja Coca Cola mögen oder nicht, aber in diesem Sinne eine Cola Flasche zu sein, das scheint mir eine echte Herausforderung zu sein. Ein Wort des Trostes, ein Wort der Ermutigung, ein hilfreiches Wort in jeder Begegnung zu haben, das macht dich zur besten Cola Flasche der Welt.
Ich versuche es auch.

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Teamwork Buchstabe T
Teamwork
Das erste Team von dem wir wissen steht in der Bibel. Ich habe den Eindruck, dass alles, was uns an Erkenntnis geschenkt wurde, schon irgendwo vorkommt und sein Urbild irgendwo in der Transzendenz zu finden ist. Wir sprechen vom Himmel und meinen den Wohnsitz Gottes. Hier ist die Werkstatt aller Urbilder. Und Gott selber ist der Meister. Als er die Welt geschaffen hat, sprach er im Plural: „Lasset uns machen…“ Da die drei göttlichen Personen von Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht geschaffen wurden, sondern da waren, bevor es los ging, können wir ihre Herkunft nicht verstehen. Es gibt Dinge, die muss man zu verstehen lernen. Gott zu verstehen scheint mir unmöglich. Ihn kann man nur lieben oder ablehnen. Verstehen kann man ihn nicht. Aber wir lernen von ihm, sehen in ihm den, der alles geschaffen hat und so sehen wir auch allen Ursprung in ihm. Auch das Team, auch das, was wir als Teamwork verstehen. Aus der Quelle von Vater, Sohn und Heiligem Geist kommt etwas Gutes. Kommt das Gute, entsteht Gutes. Darum ist Teamwork etwas Gutes, etwas Ursprüngliches. Das erste, was wir in diesem Urbild entdecken, ist die gegenseitige Wertschätzung. Der Vater gibt alle Ehre dem Sohn und der Sohn gibt alle Ehre dem Heiligen Geist und der Heilige Geist gibt sie dem Vater. Das ist die dynamische Einheit in diesem Team. Im Team braucht es diese Wertschätzung, sonst kann es nichts hervorbringen. Den anderen höher zu achten als sich selber hängt ganz an dem, ob man selber weiß, wer man ist. In der Dreieinigkeit Gottes sind die Aufgaben deutlich verteilt. Der Vater ist der Ursprung und der Schöpfer, der Sohn ist der Retter und der Heilige Geist die Quelle der Wahrheit. Dieses Wissen macht ihr Team so stark. Das Wissen, wer „ich“ bin, kann auch unser Team stark machen. Wer bin ich? Eine schwierige Frage. Haben Sie schon einmal versucht, diese Frage so zu beantworten, dass sie und andere verstehen, wer Sie sind? Nicht das Funktionale, der Ingenieur, der Meister, der Arzt oder Tapezierer. Es geht um das Wesen, um das Sein. Vielleicht sind Sie ein Ermutiger? Vielleicht sind Sie ein Ordner oder ein Reformer? Wie kommt man auf die Erkenntnis zu wissen, wer man ist? Sie können folgendes versuchen: Schließen Sie die Augen und gehen durch eine Stadt. Dort gibt es Häuser und Geschäfte, Straßen und Parks und Kirchen, Spielplätze und Gemeindehäuser, Apotheken und ein Rathaus. Versuchen Sie, etwas aus der Stadt zu nehmen, das symbolisch am besten für sie passt. Wenn Sie sagen, Sie sind ein Park, dann versuchen Sie sich deutlich zu sagen, warum Sie ein Park sind. Am Ende dieser Übung versuchen Sie, diesen vielen Gedanken einen Namen zu geben. Dann sind Sie schon ganz nahe an dem, wer Sie sind. Versuchen Sie dann, sich ein großes Orchester vorzustellen. Wählen Sie ein Instrument oder den Dirigenten, einen Notenständer oder die Beleuchtung, etwas das dem am nächsten kommt, was symbolisch am besten zu Ihnen passt. Erzählen Sie sich selber, warum sie dieses Instrument oder ein Teil der Einrichtung gewählt haben und versuchen Sie auch hier, das Ganze mit einem Begriff zu benennen. Nun haben Sie schon zwei Begriffe oder ist es nur einer? Das war die erste Übung von T E A M W O R K . Es war das T. T steht für Teil. Nächstes Mal spreche ich über das E. Das steht für Einer.

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Teamwork Buchstabe E
Teamwork
Einer In der Nähe eines alten Bauernhauses lag ein alter Brunnen. Sein Wasser war ungewöhnlich kalt und rein und köstlich zu trinken. Aber das Besondere war: er trocknete nie aus. Selbst bei der größten sommerlichen Dürre, wenn schon überall das kostbare Nass rationiert wurde, gab er getreu sein kühles, klares Wasser. Dann kam die Zeit, in der alles modernisiert wurde. Das Haus wurde umgebaut; es wurde auch eine Wasserleitung gelegt. Den alten Brunnen brauchte man nicht mehr. Er wurde verschlossen und versiegelt. So blieb es mehrere Jahre. Eines Tages wollte ein Hausbewohner aus Neugierde noch einmal in die dunkle und feuchte Tiefe des Brunnens sehen. Er deckte den Brunnen ab und wunderte sich: Der Brunnen war total ausgetrocknet. Der Mann wollte herausbekommen, wie das geschehen konnte. Aber es dauerte lange, bis er den Grund wusste: Ein solcher Brunnen wird von Hunderten winziger Bäche gespeist, die unter der Erde für den ständigen Wasservorrat sorgen. Die winzigen Öffnungen der vielen Bächlein bleiben nur dann rein und offen, wenn immer wieder Wasser abgeschöpft wird. Wird ein solcher Brunnen aber nicht mehr benutzt, dann versiegen die Bäche. Nach John A. Sanford, Alles Leben ist innerlich, Olten 1974 Eine gute Geschichte, die für unser Thema von großer Bedeutung ist. Teamwork funktioniert nur, wenn man sich als Einzelner gebrauchen lässt. Wenn man die erste Runde erfolgreich hinter sich gebracht hat, wenn man weiß, welches Symbol der Stadt oder des Orchesters am besten zu einem passt, dann kommt die nächste Runde. Der Austausch. Jeder erzählt, welches Symbol er für sich gefunden hat und warum. In diesem Austausch tritt die Vielfalt des Miteinanders deutlich zu Tage. Sich zu „outen“ ist kein Privileg von speziellen Neigungen, es ist ein großes Hilfsmittel, um Vertrauen zu gewinnen. Wer sich in der Gruppe outet, gewinnt das Vertrauen der anderen. Mancher mag denken, ich verberge mich lieber. Aber wer sich verbirgt, verbirgt auch seine Möglichkeiten. Wie war das noch mit dem Licht und dem Scheffel, unter das man das Licht nicht stellen darf, weil es da ausgeht? Und Licht, was nicht leuchtet, ist kein Licht. Jeder von uns hat ein Licht. Wir müssen uns für unser Licht nicht schämen. Wenn wir es zu Verfügung stellen, dann wird es heller, scheint deutlicher und wird gesehen. Dafür ist es auch gemacht, das Licht! Der Leiter dieser Austauschrunde sollte deshalb darauf achten, dass jeder dran kommt und jeder genug Zeit zum Reden hat. Wenn einer aus Unerfahrenheit oder Angst zu schnell fertig ist, dann ist es gut, wenn man noch einmal auf ihn eingeht. Jeder freut sich, wenn man sich für ihn interessiert. Je mehr einer das spürt, desto offener wird er.

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Teamwork Buchstabe A
Teamwork
A – Alle Eigentlich gibt es das gar nicht. Alle ist immer die Summer der Einzelnen. Alle. Es sind die vielen oder wenige die ihren Teil zum Ganzen beitragen. Und je harmonischer alle in der Einheit ihren Teil geben, um so schöner ist das Bild, das ein Ganzes ergibt. Wie ein Puzzel, in dem kein Teil fehlt. Alle zusammen heißt nicht, dass alle gleich sind und alles das Gleiche tun müssen. Mir fiel dazu eine Geschichte ein, die sehr deutlich macht, dass wir den anderen oft falsch einschätzen, weil wir ihn und seine Motive nicht kennen: Die Fabel von der Möwe "Du bist widerlich", sagten die Möwen, die auf der grünen Uferwiese nebeneinander saßen, zu der einen. "Alle stellen wir uns mit den Schnäbeln zum Wind. Nur du als einzige machst es umgekehrt." "Wenn es mir nun mal Spaß macht", erwiderte die eine. "Schadet's euch?" "Du zerreißt unsere Gemeinschaft!" warfen sie ihr vor und schauten weiterhin dem Wind entgegen. Nur die eine machte es umgekehrt. Da schlich eine Katze an durch das Gebüsch, erspähte die Vögel, prüfte den Wind, der ihr günstig war, und duckte sich zum Sprung. - Die eine sah sie. "Gefahr! Flieht!" schrie sie. Da stob der ganze Möwenschwarm auf. "Du bist ein ekelhafter Individualist", schimpften sie die eine, mit der sie gemeinsam davonflogen. Auch als alle davon flogen wußten sie nicht, dass ausgerechnet die eine, die so ganz anders war, ihnen allen das Leben gerettet hatte. Teamwork lebt von den unterschiedlichen Begabungen der Teamteilnehmer und auch von der Andersartigkeit derer, die zusammen etwas vorantreiben wollen. Die Leidenschaft eines Teams ist das Resultat der Leidenschaft, die jedes Teammitglied mitbringt. Einer bringt seine Wut mit. Die treibt vorwärts, die Hinterfragt Einer bringt seinen Stolz mit. Er wird die anderen im Auge behalten und ihnen dort helfen, wo sie Hilfe brauchen, weil der Stolze seine eignen Bedürfnisse am liebsten in der Not der anderen auslebt. Einer bringt seine Fähigkeit mit, in jeder Situation ganz präsent zu sein und so die anderen motiviert. Einer bringt seinen Neid mit. Er wird immer die günstigere Variante beim anderen entdecken. Einer bringt seine Habgier mit. Er findet alles, was man für die Situation wissen muss. Einer bringt seinen Zweifel mit. Er wird die anderen immer brauchen, um Sicherheit zu bekommen und wenn er die hat, lehnt er sich so weit aus dem Fenster, dass die anderen nicht auf ihn verzichten wollen. Einer bringt seine Gier mit. Er wird dafür sorgen, dass man nicht zu lange auf der Stelle tritt, sondern vorwärts kommt. Einer bringt seine Lust mit. Er wird die Leitung übernehmen und die anderen durch schwierige Situationen leiten. Einer bringt seine Faulheit mit. Er wird die Konflikte in der Gruppe zum harmonischen Miteinander verwandeln. Und was bringst du mit?

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Teamwork Buchstabe M
Teamwork
T - Miteinander
Vor langer Zeit lebte in Nordchina ein alter Mann. Sein Haus zeigte nach Süden, und vor seiner Haustüre ragten die beiden großen Gipfel des Taihung und des Wangwu empor. Sie versperrten den Weg nach Süden. Entschlossen machte sich der Alte mit seinen Söhnen an die Arbeit: Sie wollten die Berge mit der Hacke abtragen. Der Nachbar des alten Mannes sah das und schüttelte den Kopf. "Wie närrisch ihr doch seid", rief er, "es ist vollkommen unmöglich, dass ihr die gewaltigen Berge abtragen könnt!" Der alte Mann lächelte weise, dann sagte er: "Wenn ich sterbe, dann werden meine Söhne weitermachen. Wenn meine Söhne sterben, werden die Enkel weitermachen. Die Berge sind zwar hoch, aber sie wachsen nicht weiter. Unsere Kräfte jedoch können wachsen. Mit jedem Stückchen Erde, das wir abtragen, kommen wir unserem Ziel näher. Es ist besser, etwas zu tun, als darüber zu klagen, dass uns die Berge die Sicht auf die Sonne nehmen." Und in unerschütterlicher Überzeugung grub der Alte weiter. Das rührte Gott. Er schickte zwei seiner Boten auf die Erde, die beide Berge auf dem Rücken davontrugen. Ich glaube, dass wir es oft vergessen haben, dass Gott auf unserer Seite ist. Mancher Berg, den wir mühsam abtragen, würde weggetragen werden, wenn wir nur Glauben hätten. Teamwork ist ein Dreiergespann: Wir – Gott –Wir. Eine komische Gleichung, aber sie funktioniert. Wir kommen zusammen um miteinander etwas zu erreichen. Wir brauchen Ideen, Einheit und Klarheit. Miteinander wenden wir uns an Gott. Er schenkt uns Ideen, in Seinem Geist werden wir eins und bekommen so Klarheit. Wir machen weiter um das Ziel zu erreichen – und wir schaffen es. Ich glaube, dass es kein wirkliches Miteinander gibt, wenn in der Gemeinschaft nicht Höherachtung und Wertschätzung gelebt wird. Das sind die zwei Säulen, aus denen die Liebe besteht. Die dritte Säule ist die Vergebung. Wo keine Vergebung ist, brechen auch die zwei anderen Säulen weg. Darum heißt es: In der Demut achte einer den andern höher als sich selbst, jeder nicht nur mit dem Blick auf das Seine, sondern jeder auch [mit dem Blick] auf das, was der andern ist. Diese Gesinnung heget in euch, die auch in Christus Jesus war, der, als er in Gottes Gestalt war, es nicht für einen Raub hielt, wie Gott zu sein, sondern sich selbst entäußerte, indem er Knechtsgestalt annahm und den Menschen ähnlich wurde; und der Erscheinung nach wie ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz. Daher hat ihn auch Gott über die Massen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich beuge jedes Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus [der] Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Philipper 2, 3a – 11) So einfach ist das, und oft ist es so unglaublich schwer es zu leben. Jakobus Richter

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Der wahre Feind des GLAUBENS
ist nicht Zweifel,
sondern L A N G E W E I L E
Der wahre Feind der HOFFNUNG
ist nicht Verzweiflung,
sondern L U S T L O S I G K E I T
Der wahre Feind der LIEBE
ist nicht Hass,
sondern G L E I C H G Ü L T I G K E I T

(nach Peter Kraft)

In diesem Sinn wünschen wir euch

GEMEINSCHAFT
INTERESSE
ANTEILNAHME


im Zusammenleben mit den Menschen, die euch 2011 begegnen




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